Ophelia Scale – Die Welt wird brennen – Lena Kiefer

Heute kommt eine eher unerwartete Rezension. Unerwartet, da eigentlich bereits ein anderer Artikel geplant war. Aber es gibt so Bücher, die verlangen von Dir, dass Du spontan und flexibel bist. Bücher, die Dich begleiten, bis du Deine Gedanken zu ihnen aufgeschrieben hast. Deshalb gibt es heute ine Rezension zu Ophelia Scale – Die Welt wird brennen*. Die Autorin, Lena Kiefer, durfte ich auf der Leipziger Buchmesse kennen lernen und ihr Buch ist ein Grund dafür, warum die Rückfahrt nach Berlin trotz einsetztenden Messeblues sehr angenehm war.

Und das Schöne für Dich: Am Ende des Beitrages verlose ich ein Exemplar des Buches. ♥ ♥ ♥

Statt Hightech in der Zukunft eine Mischung aus Mittelalter und Überwachungsstaat

Wie so oft bin ich auf das Buch aufgrund des Covers aufmerksam geworden. Aber auch der Klappentext las sich sehr spannend, denn es geht um eine dystopische Welt, die nach der Herrschaft durch Großkonzerne in einen nahezu mittelalterlichen Zustand zurückfällt: intelligente Technik darf nur in Ausnahmefällen und nur mit Überwachung genutzt werden und die Menschen sollen sich wieder mehr auf das Menschliche besinnen. Nachdem die Bevölkerung vorher über allerhand „Linkings“ in Ohren und Augen miteinander und mit dem Netz verbunden waren, ein ziemlich schwerer Schlag für die technikversierte Bevölkerung – und zu dieser zählt auch die Protagonistin Ophelia Scale.

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Klappentext für Ophelia Scale – Die Welt wird brennen*

Hoffnung ist stärker als Hass, Liebe ist stärker als Furcht

Die 18-jährige Ophelia Scale lebt im England einer nicht zu fernen Zukunft, in dem Technologie per Gesetz vom Regenten verboten ist. Die technikbegeisterte und mutige Kämpferin Ophelia hat sich dem Widerstand angeschlossen und wird auserkoren, sich beim royalen Geheimdienst zu bewerben. Gelingt es ihr, sich in dem harten Wettkampf durchzusetzen, wird sie als eine der Leibwachen in der Position sein, ein Attentat auf den Herrscher zu verüben. Doch im Schloss angekommen, verliebt sie sich unsterblich in den geheimnisvollen Lucien – den Bruder des Regenten. Und nun muss Ophelia sich entscheiden zwischen Loyalität und Verrat, Liebe und Hass … (Quelle)

Technik-„Phobes“, Intrigen und eine zarte Liebe

Zu Beginn der Geschichte hat mir vor allem die Protagonistin Ophelia imponiert. Vor einigen Jahren hat sich die Welt des technikbegeisterten Mädchen auf den Kopf gestellt, sie muss ihre Vorliebe, Fazination und Hingabe zu Künstlicher Intelligenz, Linkings und vielen andere Dingen verbergen und lebt in einer Patchworkfamilie, die den neuen Lebensstil zum Teil sogar dankbar angenommen hat. Gleich zu Beginn erhalten wir dabei einen sehr schönen ersten Eindruck von dieser technikfeindlichen Erde, in der Menschen wieder Ware gegen Ware tauschen und jede Techniknutzung überwacht wird. Kein Wunder also, dass es unter der Obrefläche brodelt und sie sich einer Widerstandsgruppe angeschlossen hat.

Ihr Leben ist jedoch dadurch sehr riskant, denn die Anhänger der neuen Regierung kennen kein Pardon, wenn die Rebellen ihnen in die Arme laufen. Doch durch den Verlust einer ihr sehr nahe stenden Person, lernen wir aus ihrer Perspektive sehr schmerzhaft, was es heißt, jemanden zu verlieren – denn es gibt grausamere Dinge als die Rebellen hinrichten zu lassen.
Und spätestens an dieser Stelle ist mir die Tiefe des Buches auch zum ersten Mal so richtig bewusst geworden.
Auch schon vorher habe ich mir viele Gedanken zu dieser post-technischen Welt gemacht, aber die Art und Weise, wie die Regierungstreuen mit denen umgehen, die eine andere Meinung haben und diese auch offen zur Schau stellen, hat mir kurzzeitig den Boden unter den Füßen weggezogen.

Spoiler-Alarm: Klappe diesen Teil nur aus, wenn Du bereits weißt, was mit Ophelias Freund geschehen ist.

Natürlich ist das Beispiel an Ophelias Freund Knox ein besonders hartes: Er ist ihre erste große Liebe und kann sich dank des „Clearings“ nicht mehr an ihre gemeinsame Beziehung und all die wichtigen Momente, die sie geteilt haben, erinnern. Aber auch darüber hinaus ist das „Clearing“ harter Tobak. Denn am Ende sind es doch unsere Erinnerungen, die uns zu den Menschen machen, die wir sind. Unsere Errinnerungen, unsere Erfahrungen, all das hilft uns jeden Tag durch unser Leben, sie helfen uns, Entscheidungen zu treffen und Chancen und Risiken abzuwägen. Natürlich stehen sie uns dabei hin und wieder auch im Weg. Aber auf einmal zehn Jahre des Lebens zu verlieren, während unser Umfeld seine Erinnerungen behält…

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Und natürlich ist Ophelias Welt nicht ganz so einfach beziehungsweise alles so eindeutig, wie sie anfangs glaubt. Sie schafft es durch einen harten Test und gelangt in die Nähe des Königs. Doch sie kommt damit auch ganz anderen Personen in seinem Dunstkreis sehr nahe und trifft auch auf seinen geheimnisvollen Bruder. Und genau diese Konstellation beherrscht einen guten Teil des Buches. Denn angekommen im Regierungszentrum muss Ophelia auf einmal feststellen, dass nicht alles so schwarz-weiß ist, wie sie bisher geglaubt hat. Den Konflikt, welcher Seite sie glauben soll oder ob es nur ihre Gefühle oder nicht zu letzt doch die Einsamkeit ist, die sie an ihrer Aufgabe zweifeln lassen, sehr anschaulich beschreiben. Als Leser*inne blicken wir dabei in den Kopf von Ophelia und leiden mit ihr. Wer sagt die Wahrheit? Und wem kann sie trauen?

Es sind leider erst die nächsten Teile der Reihe, die diese Frage beantworten werden. Immerhin ein gutes gibt es, denn wie der Verlag auf seiner Seite schreibt, erscheinen beide Folgebände noch in diesem Jahr: Teil zwei erscheint am 26. August 2019 und Teil drei am 11. November 2019. Die Wartezeit ist also überschaubar. Und das ist auch gut so, denn dieser Teil endet mit einem herzzerreißenden Cliffhanger.

Fazit: Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen und ich bin mehr als gespannt, wie es weiter gehen wird. Der Spannungsbogen wird, nachdem ich zunächst in eine ganz andere Richtung geraten hätte, was den Verlauf der Handlung angeht, sehr klug genutzt und macht selbst die relativ kurze Wartezeit fast unerträglich.

Buchrezension Bewertung

Bibliographische Angaben

Titel: Ophelia Scale – Die Welt wird brennen*
Autorin: Lena Kiefer
Originalsprache: deutsch
gelesen auf: deutsch
Version: Gebunden
Verlag: cbj; Auflage: Originalausgabe, Erstausgabe (18. März 2019)
ASIN: B07K25W49L
ISBN: 978-3-570-16542-3
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 464 Seiten
Preis: 18,00€ (Gebunden), 11,99€ (eBook)

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Gewinne ein Exemplar von Lena Kiefers Ophelia Scale – Die Welt wird brennen*

Richtig gelesen, Du kannst ein ungelesenes und originalverpacktes Exemplar von Ophelia Scale – Die Welt wird brennen* gewinnen. Gemeinsam mit dem cbj-Verlag* darf ich nämlich eines an Dich verlosen. Und nicht nur das; Bei meinem Treffen mit Lena Kiefer habe ich ein Autogramm von ihr bekommen und dieses wird dem Gewinn beliegen. Was Du tun musst, um in den Lostopf zu hüpfen, erfährst du auf meinem Instagram-Kanal. Dort steht auch das „Kleingedruckte“, welches es bei der Teilnahme am Gewinnspiel zu beachten gibt. Ich drücke Dir die Daumen.

* Das Rezensionsexemplar von Ophelia Scale – Die Welt wird brennen wurde mir freundlicherweise von der Verlagsgruppe Randomhouse kostenfrei zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung jedoch nicht beeinflusst.

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