Statt Goethe, Grass & Co: Diese Bücher gehören in die Schullektüre

Zugegeben, ich bin auch ganz subjektiv betrachtet weder ein Fan von Goethe noch von Grass – ob als Schullektüre oder generell. Und wo wir einmal dabei sind, auch nicht von Brecht und Fontane. Dennoch halten die Namen in der Headline des Artikels eher her, um einen Punkt zu verdeutlichen: Es gibt richtig viel gute Literatur da draußen, die leider nicht in der Schule besprochen wird. Stattdessen sieht Schullektüre noch immer vor allem so aus: Alter weißer Mann 1, alter weißer Mann 2, nicht ganz so alter aber trotzdem weißer Mann (3), … – you got the point. In diesem Artikel möchte ich Alternativen vorschlagen. Also wirklich gute Bücher von Frauen, von BIPoC, von Menschen mit Behinderungen etc.

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Unlearn Patriarchy – Lisa Jaspers, Naomi Ryland & Silvie Horch

“Ich als Power-Frau hatte mich nicht vom Patriarchat lösen können, sondern mich im Gegenteil noch mehr darin verquickt und es letztlich sogar verstärkt.” – Das schreibt Naomi Ryland im Vorwort des von ihr, Lisa Jaspers und Silvie Horch herausgegebenen Buches “Unlearn Patriarchy”. Und wären es nicht Titel und Lineup des Buches bereits gewesen, hätten mich die Herausgeberinnen mit diesen Worten und den folgenden Worten gehabt. Denn wie sehr der eigene Wert, die eigenen Erfolge und unsere ganze Stellung mit diesem System zusammenhängen, das flüstert die Stimme des Patriarchats uns allen auf die unterschiedlichste Art ein. Zum Glück gibt es Möglichkeiten, dieses System, dass sich in alle Richtungen so festgesetzt hat und uns weißmachen will, dieser Status Quo wäre doch gar nicht so schlimm, einzustampfen. “Unlearn Patriarchy” ist ein Buch, das zeigen will, wie.

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Was Männer kosten – Boris von Heesen

Das wir nach wie vor knietief in einer patriarchalen Welt leben, ist an sich nichts neues. Das sie uns eigentlich am Ende allen schadet ebenso nicht. Und dennoch gibt es nicht nur nach wie vor viele Menschen, die das nicht wahr haben wolle, sondern auch bewusst die Augen davor verschließen, weil sie vermeintliche Vorteile für sich daraus ziehen. Oft kommt feministische Literatur da nicht wirklich ran, denn sie appelliert an die philanthropische Idee, das alle Menschen gleiche Möglichkeiten haben sollten. In seinem Buch Was Männer kosten –Der hohe Preis des Patriarchats* geht Boris von Heesen einen eklatanten Schritt weiter, denn er packt unsere Gesellschaft genau dort, wo es ihr weh tut: beim Geld.

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