Beril Kehribar und der Schattenthron

Passend zum Erscheinungstag des zweiten Teils ihrer Romantasy-Dilogie vor einigen Tagen, habe ich mit SPIEGEL-Beststeller-Autorin und Buchbloggerin Beril Kehribar geplaudert. Beide Teile ihrer Reihe, in der es um die 18-jährige Kaaya und ihre Reise ins Reich der Schatten, einen uralten Krieg und den mysteriösen Kronprinzen Ilias geht, haben es im Nu auf die Spiegel-Bestseller-Liste geschafft. Herausgekommen ist daher ein spannendes Gespräch über ihre Debüt-Reihe und das Schreiben an sich, über die Bücher, die sie selbst zuletzt gelesen hat – auch ein paar erste Hinweise auf ihr kommendes Projekt.

Die gebürtige Berlinerin ist längst ein tief verankerter Teil der deutschsprachigen Bookstagram-Community, hat auf ihrem Kanal mehr als 22k Follower und hat lange Zeit vor allem über wunderschöne Schmuckausgaben und alles rund um die Genres Fantasy und Romance geschrieben. Das hat sich natürlich etwas verlagert, seit sie ihren Kanal auch für Updates rund um ihre eigenen Bücher nutzt. Was geblieben ist, ist die unverkennbare Art, mit der Beril Kehribar ihren Bookstam-Kanal betreibt.

Selbst noch recht neu im Verlagsgeschäft und daher mit frischem Blick unterwegs, hat die Autorin einige praktische Tipps, die ihr selbst auch geholfen haben. “Die Liebe zum Schreiben sollte im Vordergrund stehen. Wenn man dann schon einige Dinge ausprobiert und beschlossen hat, dass man sich an ein ganzes Buch wagen will, kann ich nur empfehlen, die Geschichte vorher gründlich zu planen, um später vermeintlichen Schreibblockaden vorzubeugen oder Plotholes zu vermeiden”, erklärt Beril Kehribar. Damit reiht sie sich in die Riege vieler bekannter Autorinnen, wie etwa Lena Kiefer, die auf die detaillierte Planung ihrer Geschichten vor Schreibbeginn setzen.

Die Geheimzutat für Fantasy – nach Beril Kehribar

“Viel lesen, viel schreiben und nicht zu verbissen nur ans Veröffentlichen denken”, ist ein weiterer Tipp der Autorin und er offenbart auch, dass sie zum Glück selbst trotz des Schreibens noch Zeit zum Lesen hat. Zuletzt überzeugen konnte sie der Roman Crave von Tracy Wolff (in der dt. Ausgabe bei dtv erschienen). “Ich hatte richtig viel Spaß beim Lesen und habe es mit Humor genommen. Wobei der Folgeband Crush auch nochmal einen meiner Lieblingstropes aufgegriffen hat!” Wie wichtig der Romantik-Anteil für Beril in einem Fantasyroman ist, erzählt die Autorin ebenfalls: “Das ist natürlich immer Geschmackssache, aber für mich gehört auch immer eine Liebesgeschichte dazu. Sie muss nicht im Vordergrund stehen, aber ich brauche dieses Kriegen sie sich oder kriegen sie sich nicht?-Gefühl beim Lesen!”

Ein Deep-Dive in die Welt von Schattenthron

In ihrer Debüt-Geschichte schickt Beril ihre junge Protagonistin in das Reich der Schatten, nachdem die Seele ihres besten Freundes von einem Schattenelfen gestohlen wurde und er als Hülle in ihrer Welt zurück bleibt. Doch in dieser Welt erfährt Kaaya, die keine Vergangenheit, keine Erinnerungen und keine Familie hat, Dinge über sich, die ihr ganzes Sein ins Wanken bringen. Protagonistin und Autorin haben dabei durchaus einige Dinge gemeinsam – zwei genau genommen, wie Beril verrät: “Ihre Kuchenliebe! xD Und ihr Wille, alles dafür zu tun, um zu erreichen, was sie will.” Besonders herausfordernd beim Schreiben waren für die Autorin dabei ausgerechnet Szenen, auf die sich sehr gefreut hat. “Einfach, weil ich da alles richtig machen wollte – sie so aufschreiben, wie sie immer in meinem Kopf waren. Meist ging es da um emotionale Szenen. Da habe ich tatsächlich immer die höchsten Ansprüche an mich.”

Mitspracherecht hatte sie zu ihrem großen Glück auch bei den Covern, ihre Lektorin hat sich hier eng mit ihr abgestimmt und ihre Wünsche bzw. Besonderheiten der Handlung in die Briefings mitaufgenommen. “Sie hat das so an die Coverdesignerin weitergegeben und dann hatte ich den ersten Entwurf im Postfach – weitere Entwürfe brauchte es gar nicht mehr, ich war sofort verliebt.” Auch das Cover des zweiten Bandes war schnell geschafft, wenn auch nicht ganz so leicht wie im ersten Teil: “Im Buch spielt das Schwert eine wichtige Rolle und eine Krone gehört eben zu einem Thron dazu.” Klingt erstmal nach sehr vielen Elementen für ein einzelnes Cover – ist aber dennoch optisch sehr schön geworden – und passt perfekt in die Dilogie.

Und was kommt als nächstes?

Ganz genau durfte Beril Kehribar das natürlich nicht verraten, doch immerhin einen kleinen Einblick gibt sie: “Mein nächstes Projekt wird ein wenig anders als Schattenthron. Diesmal habe ich mich z. B. an der Ich-Perspektive versucht und es ist auch keine High Fantasy! Romantisch wird es aber natürlich trotzdem wieder werden.” Da ihre Schattenthron-Dilogie von ihren Fans gern mit der ACOTAR-Reihe von Erfolgsautorin Sarah J. Maas verglichen wird, ist das natürlich ein sehr schöner Teaser für das kommende Projekt. Mal schauen, wann es dazu Neuigkeiten geben wird.

Vielen Dank an Beril Kehribar für das Gespräch, welches ich gemeinsam im Rahmen einer Bookstagram-Tour mit Himmelsblau.org geführt habe. Und an den Carlsen-Verlag für die Bereitstellung von Material und Rezensionsexemplaren.

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