Gold & Schatten – Mit Kira Licht in Paris

Es gibt Menschen, die können andere einfach mit ihrer Begeisterung anstecken. Eine von ihnen ist Kira Licht. Ich traf die Autorin im Oktober 2019 während der Frankfurter Buchmesse – am Stand von Bastei Lübbe, in dessen Verlagsteil One ihre “Die Bücher der Götter”-Dilogie erschienen ist. Trotz Messestress und Durcheinander, haben wir fast schon tiefenentspannt über eine Stadt gesprochen, die wir beide so sehr lieben: Paris. Denn die Stadt ist Handlungsort von Gold & Schatten und dem zweiten Band der Reihe Staub & Flammen.

Unlängst ist der zweite Teil ihrer aktuellen Trilogie erschienen. In Kaleidra geht es mit der 17-jährigen Protagonistin Emilia nach Rom, in die ewige Stadt. Beide Städte habe ich bereits besucht und so faszinierend Rom ist – Paris ist es noch viel mehr. Kein Wunder also, dass ich beim Lesen von Kaleidra auch immer wieder an die Götter-Dilogie und mein Gespräch mit Kira Licht denken muss.

Fantastische Reiseführer durch europäische Hauptstädte

Denn natürlich habe ich die Autorin gefragt, warum Paris eine solche Faszination auf sie ausübt. Und siehe da, es ist zum Teil auch eine ganz persönliche: “Meine Eltern sind auch früher schon oft nach Paris gefahren und es geht das Gerücht um, dass sie mich von einer solchen Reise mitgebracht haben. Vor allem aber ist es die Architektur, die ist einfach der Wahnsinn. Ich liebe den Louvre, aber auch diese Kombination aus Gewachsenem und der Architektur”, erzählt sie im Gespräch. Und kaum erwähnt sie den Louvre und die Architektur zwischen Hausmann und Moderne – schon möchte ich am liebsten nach Tickets in Richtung Paris schauen. Doch es ist Pandemie, eine Reise eher unvernünftig, also vertiefe ich mich wieder in meine Lektüre.

Es ist keineswegs Zufall, dass Kira Lichts neue Romanreihe in Rom spielt, denn die Autorin ist ein Fan europäischer Großstädte, von Helsinki über Prag bis Rom. “Ich muss nicht unbedingt ein Buch nach Amerika verlegen. Also sozusagen die fantastischen Reiseführer durch europäische Hauptstädte”, erzählt sie im Gespräch.

Parallelen der Buchreihen

In beiden Romanreihen ist die Perspektive der jugendlichen Heldin, in Kaleidra Emilia und bei den Göttern Livia, der zentrale Dreh- und Angelpunkt. Livia ist zu Beginn der Handlung eben erst nach Paris gezogen. Schnell lernt sie den düsteren und schwer durchschaubaren Maél kennen. Dieser ist aufgrund seiner differenzierten Ausarbeitung einer von Kiras liebsten Charaktere – doch auch Götterbote Hermes steht in der Gunst der Autorin hoch. “Wenn es um Ähnlichkeiten geht, fällt meine Wahl jedoch auf Livia. Livia ist ja jemand, die sehr an ihrer Familie hängt, bei der die Familie einen sehr hohen Stellenwert hat. Und ich kann wirklich überhaupt keine Ungerechtigkeit ertragen, so wie Lidia im zweiten Teil, als sie Maél verteidigt. Abgesehen davon, bindet sie ihr Herz ganz an jemanden. Sei es bei Evangeline oder eben bei Maél – diese Treue und Loyalität zeichnen sie aus und so sehe auch ich mich”, verrät die Autorin.

Vor allem machen beide Protagonistinnen eine starke Entwicklung durch. Aus einer eher behüteten Umgebung kommend, werden beide in eine fantastische Welt geworfen, deren Existenz und Umfang ihnen zuvor nicht bekannt gewesen ist. Dabei wachsen die beiden jungen Frauen nach anfänglicher Scheu schnell über sich hinaus und zeigen dem vor allem jungen Lesepublikum, wie wichtig es ist, an sich selbst zu glauben und für sich einzustehen.

Selbst aus einer “Bücherfamilie” stammend, empfindet sie die Aufgabe, die Familien diesbezüglich haben als essentiell: “Ich finde das auch wichtig, dass man das Lesen weitergibt an die nächste Generation, weil man beim Lesen seine eigene Welt bauen kann. Das ist vor allem für Kinder so wichtig”, sagt sie, obwohl sie selbst auch nur noch selten zum Lesen kommt, da einige Monate mit Schreiben und dem Bearbeiten der Anmerkungen und Korrekturvorschläge ihrer Lektorin schon sehr voll sind. Aber wenn sie es schafft, selbst zu einem Buch zu lesen, ist es in der Regel Jugendbuch-Fantasy. “Insgesamt lese ich viel von deutschen Kolleginnen. Ich finde es toll, dass wir so eine tolle Fantasy-Landschaft in Deutschland haben, mit starken Protagonistinnen”, erzählt sie.

Woher kommen die Ideen?

Dass sie ihre Handlungsorte nach persönlichen Vorlieben aussucht, hat Kira Licht bereits verraten. Doch woher kommen ihre Ideen für die Handlung ihrer Bücher? “Wichtig ist für mich vor allem, dass man auch eine Geschichte hat, die man erzählen möchte. Ich will nicht nur schreiben, um irgendwas zu schreiben”, erzählt sie. Inhaltlich macht sie dabei das meiste mit sich selbst aus, bezeichnet sich selbst als Eigenbrötlerin. Verlag und Agentin spielen dennoch eine wichtige Rolle, wenn sie mal nach Inspiration sucht: “Ich spreche viel mit meiner Agentin und dann mit dem Verlag. Ich habe ein sehr enges Verhältnis mit meiner Lektorin und der Programmleitung.”

Was demnächst von Kira Licht kommt

Am 29. Oktober 2021 erscheint zunächst der Abschlussband ihrer Kaleidra-Trilogie mit dem Namen “Wer die Liebe entfesselt”. Und danach? Die Autorin verrät es nur so halb: “Ich denke, dass ich für viele andere Genres eher talentfrei bin. Ich tue mich schwer mit Gewalt, Brutalität oder Psychospielchen. Dafür muss man Talent haben, es soll schließlich auch raffiniert wirken.” Lassen wir uns also überraschen.

Gold und Schatten

Das erste Buch der Götter von Kira Licht (one Verlag)

erschienen am 28.03.2019
ISBN: 978-3-8466-0080-1

Staub und Flammen

Das zweite Buch der Götter von Kira Licht (one Verlag)

erschienen am 30.08.2019
ISBN: 978-3-8466-0090-0

Folgende Artikel könnten Dir auch gefallen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.