In die Nebellande mit Michelle Natascha Weber

Buchmessen sind immer so eine Sache. Zwischen den Programmpunkten und schon vorab festgelegten Terminen, bestehen sie vor allem aus entspannten Schlendern über das Messegelände. Neben den oft fast schon monumentalen Ständen der großen Verlagshäuser, die natürlich maximal beeindruckend sind, schaue ich dabei besonders gern bei Indie-Autor:innen und kleinen Verlagen vorbei. Sie sind wie ein kleiner Laden in einer ruhigen Seitengasse und irgendwie persönlicher. 

Bei einem dieser Streifzüge habe ich vor ein paar Jahren den Drachenmond-Verlag entdeckt. Und dazu Michelle Natascha Weber, deren Roman “Die Höfe von Sonne und Mond” dort im Regal stand. 

Natürlich musste ich den Roman lesen – und den zweiten Teil der Reihe. Und ihre Romane, die in den Nebellanden spielen. Besonders letztere habe ich förmlich weggeatmet. Schon lange hatte ich nicht mehr so viel Spaß an einem Fantasy-Setting gehabt. Aber Geschichten um Fae und die Anderwelt sind bei mir immer gern gesehen. 

Die Reiche der Nebellande

Die Nebellande ist eine lose verbundene Romanreihe, die nach und nach verschiedene Probleme dieser mit unserer Welt verknüpften fantastischen Parallelwelt löst. Im Fokus steht dabei jeweils zwei Protagonist:innen, die neben dem großen Problem auch ein ganz persönliches lösen müssen. Die Geschichten lassen sich dabei losgelöst voneinander lesen, lediglich einige Figuren erhalten auch Kurzauftritte in anderen Romanen und bekommen so noch weitere Facetten. 

Dass andere die von ihr erdachten Welten lesen, ist für Michelle Weber dabei nicht neu. Schon lange bevor sie “formell” Autorin wurde, hat sie als Spielleiterin im Rollenspielbereich andere an ihren Ideen teilhaben lassen. “Wenn man Leuten praktisch Geschichten ins Gesicht erzählt, verliert man viel Scheu”, so die Autorin. Sie weiß aber auch von einer Ausnahme zu berichten: “Man zuckt natürlich zusammen, wenn die Eltern das erste Mal mit einer Erotikszene konfrontiert werden.” Von diesen Szenen gibt es dabei einige, denn sowohl bei der Nebellande-Reihe, als auch ihren Romanen aus dem Universum der Höfe von Sonne und Mond geht es auch darum, dass die Figuren ihr ganz persönliches Glück finden. Die romantische Vorstellung der Seelenverbindung zwischen zwei Personen spielt dabei eine zentrale Rolle. 

Ein Prinz über Schatten und Licht und eine flauschige Gestaltwandlerin

Längst kann die Autorin, die ihre Romane inzwischen im Selbstverlag herausbringt, von ihrer Arbeit leben. Für ihre Fans bedeutet das, dass sie grob zweimal im Jahr neuen Lesenachschub erwarten können. Zuletzt war das der Abschlussband der “Prinz über Schatten und Licht”-Reihe, die auch inhaltlich auf die Höfe von Sonne und Mond folgt, nachdem einige Figuren dort bereits einen Auftritt hatten. Mit “Lichtschwingen” beendete die Autorin im November diese erste Trilogie in ihrer neuen Welt Ethrea. Auf Instagram hat sie jedoch schon angekündigt, dass noch einiges folgen wird und es als nächstes stärker um Drachen gehen wird. 

Um ihre Figuren möglichst lebendig zu gestalten, fühlt und denkt sie sich schon vor dem Schreiben sehr intensiv in die Charaktere und versucht, ihr Handeln und ihre Wünsche zu verstehen. Das klappt mitunter nicht immer auf Anhieb – ans Aufgaben hat sie dabei erst einmal gedacht, beim Roman Falkenseele, einem Teil der Nebellande-Reihe. “Auf den ersten 100 Seiten bin ich nicht mit diesem Buch zusammengewachsen und das hat mich wahnsinnig gemacht, bis der Knoten dann geplatzt ist”, verrät die Autorin. Um das zu verhindern, notiert sie Dialoge und Zitate, wann immer ihr diese in den Sinn kommen. ”Das gibt mir oft schon eine starke Vorstellung ihrer Züge. Manchmal hakt es bei Nebencharakteren und es braucht eine Weile, bis sie in einer Szene durch irgendeine Kleinigkeit ihre Persönlichkeit zeigen und ich sie verstehe und greifen kann.”

Der Autorinnenalltag von Michelle Natascha Weber

Viel braucht Michelle Natascha Weber nicht, um an ihren Welten zu schreiben. Vor allem Ruhe, denn Musik lenkt sie zu sehr ab, und eine gut funktionierende Kaffeemaschine. Dazu natürlich einen PC oder wahlweise ihren Laptop, um auch mal auf der Couch zu schreiben. Und sonst? “Sonst brauche ich eigentlich nur meine Notizbücher für spontane Ideen, Gedankenfetzen, Dialoge, was auch immer – mittlerweile liegt überall eins, wo ich mich öfter aufhalte.”

Weitere Informationen über die Autorin und ihre Bücher gibt es auf ihrer Website

Folgende Artikel könnten Dir auch gefallen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.