Das ist also diese Vielfalt, von der alle reden.

Rechte Verlage sind nach wie vor auf Buchmessen präsent und können dort ihre Ideologien verteilen – eigentlich nichts neues. Doch statt diesem Umstand mal einen Riegel vorzuschieben und die offenbar leeren Worthülsen der Vielfalt und Moderne auch zu meinen, durfte einer von ihnen diesmal einfach mal neben den großen Ständen des ZDF logieren. Janina Kuhnke rief zum Messe-Boykott auf, da sich die Schwarze Autorin unter diesen Bedingungen nicht sicher fühlte. Viele andere Autor:innen folgten ihrem Beispiel und sagten Auftritte, Lesungen und Besuche auf der Messe ab. Und die Buchmesse? Die Buchmesse gibt ein Statement zum Besten, in dem sie darauf hinaus will, dass auch Rechtspopulismus eine Meinung sei (Spoiler: Nein. Nein ist er nicht) und zur Meinungsvielfalt dazu gehöre.

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Warum ich der nächsten Person, die über “starke Frauenfiguren” spricht, meine Teetasse an den Kopf werfe

Ich stelle immer wieder fest, wie sehr mich einige Dinge doch immer wieder irritieren. Immer und immer wieder. Eigentlich wollte ich mit so etwas aufhören (also mich davon irritieren zu lassen), aber dann reicht doch wieder ein einziger Kommentar, ein dahingeschiedener Halbsatz in einer Rezension und ich spüre mein Augenrollen bis in die Zehenspitzen. Diesmal also nicht lächeln und winken, diesmal gibt es einen Artikel dazu. Denn: Leute, was ist das mit den “starken Frauenfiguren”? Warum ist das so eine Kategorie, die es offenbar in Buchrezensionen geben muss?

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Kann es zu viel LGBTQIA+ in Romanen geben?

Vor einer Weile habe ich mal wieder den Kardinalsfehler begangen und bin zu tief in Bewertungen einiger einschlägiger Buchplattformen hinabgestiegen. Es ist ein bisschen wie Twitter: Anfangs noch ganz lustig, zwischendrin zum Kopfschütteln und spätestens, wenn ich auf einen anderen Planeten auswandern möchte, weiß ich, dass ich mal wieder zu lange gescrollt habe. Dabei verfolgt das Lesen von Rezensionen anderer Menschen ja sogar ein sinnvolles Ziel, nämlich die eigene Meinung zu einem Buch nochmal zu hinterfragen.

An besagtem Sonntagnachmittag las ich mal wieder einen Kommentar, der mich so ähnlich schon bei einer Bewertung von Laura Kneidls “Someone”-Reihe genervt hatte. Dessen Inhalt? Das rezensierte Buch wäre “unglaubwürdig”, weil “einfach zu viele ” nicht-heteronormative Paare darin vorgekommen wären. Ich fragte mich unwillkürlich: “Kann es zu viel LGBTQIA+ in Romanen geben?”

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Toleranz für Intoleranz? Wenn deine Kindheitsheldin transfeindlich ist

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass bereits mit der Überschrift des Artikels klar ist, um wen es hier gehen soll. Oder ist das meine Bubble-Denke?
Vielleicht, vielleicht auch nicht. Fest steht: Harry Potter hat mich die letzten zwanzig Jahre meines Lebens begleitet. Das sind fast zwei Drittel meiner Anwesenheit auf diesem Planeten. Ich würde lügen, würde ich behaupten, nie nach einer Eule Ausschau gehalten zu haben, die mir meinen Hogwarts-Brief bringt. Oder wissen zu wollen, welche Form mein Patronus annimmt. Um nur zwei Beispiele zu nennen. Daher tut dieser Artikel auch ein bisschen weh. Aber es braucht ihn, denn ich will erklären, warum wir weiterhin Fans dieser Romanreihe sein – und die Meinung der Autorin dennoch aus vollem Herzen ablehnen können.

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Hallo Welt!

Irgendwie ist es merkwürdig, diesen Post zu tippen. Ein solcher Artikel hat stets eine ganz seltsame Metaebene, dazu schwingt so ein “Liebes Tagebuch, heute habe ich…” mit. Aber einfach so Artikel aus 2,5 Jahren auszuradieren und mit ein bisschen lalala so zu tun, als wäre nichts gewesen – ist auch komisch. Stattdessen also eine etwas belanglose Einleitung für diesen Artikel, für den ich bereits ohne irgendwelchen Inhalt mehrere Synonyme des Wortes “seltsam” genutzt habe. Oder getreu dem Gedanken, der mir gerade im Kopf herumspukt: Das kann hier ja heiter werden, ein literarisches Meisterwerk scheint den Fluten entsprungen zu sein.

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