Diese 5 Fantasy-Romane solltest du 2021 gelesen haben

Auch 2021 war wieder so ein Jahr, in dem fantastische Welten um einiges verlockender klangen, als der Pandemie-Alltag. Zum Glück sind in den letzten Monaten einige wirklich spannende Fantasy-Romane erschienen: Ob der Beginn neuer Romanreihen, großartige Standalones (ja, die gibt es auch in dem Genre!) oder beißersehnte Abschlussbände – von allen gab es mehr als genug. Meine persönlichen Top 5 möchte ich euch in diesem Artikel vorstellen.

Rule of Wolves – Thron aus Nacht und Silber (Leigh BarDugo)

Der Abschlussband der King-of-Scars-Dilogie von Leigh BarDugo hat zum Glück nicht lange auf sich warten lassen. Wie alle ihre Bücher ist auch dieser wieder spannend bis zur letzten Seite und die Übersetzung von Michelle Gyo liest sich flüssig. Dieser Band ist zeitgleich auch der Abschlussband aller Romane aus dem Grishaverse, der Welt in der alle ihre bisherigen Romane mehr oder weniger Unabhängig voneinander angesiedelt sind. Wer bisher lediglich die Netflix-Serie basierend auf ihrer Grishaverse-Reihe kennt, sollte sich dringend überlegen, den Büchern der Autorin etwas Aufmerksamkeit zu schenken.

God to know: Einige ihrer Romane werden im Original gerade mit neuen Collectors Editions bestückt, könnte sich also gerade jetzt lohnen, zum Fan der Autorin und ihrer fantastischen Welten zu werden.

Und darum geht’s: (VORSICHT, SPOILER!) Der schicksalhafte Kampf um den Zarenthron von Ravka steuert unaufhaltsam auf eine EntscheiDung zu: Wird ein Krieg, den niemand gewinnen kann, eine ganze Welt in Asche versinken lassen? Während der junge König Nikolai Lantsov – auch mithilfe des Monsters in seinem Inneren – alles versucht, um Ravka vor dem Schlimmsten zu bewahren, hadert Zoya Nazyalensky, die Sturmhexe, mit ihrem Schicksal: Nach allem, was sie im Krieg bereits verloren hat, verlangt nun die Pflicht von ihr, dass sie ihre Kräfte nutzt, um die Waffe zu werden, die ihr Land braucht. Koste es, was es wolle … Zur selben Zeit riskiert die Grisha Nina Zenik als Spionin im feindlichen Fjerda mehr als nur ihr Leben: Ihr unbändiger Wunsch nach Rache könnte Ravkas Schicksal endgültig besiegeln – und Nina die Chance nehmen, ihr trauerndes Herz zu heilen … (Quelle)

Erschienen bei: Droemer Knaur, in einer Übersetzung von Michelle Gyo, 576 Seiten (1. Juni 2021) | ISBN: 978-3-426-22701-5

The Witch Queen (Verena Bachmann)

Völlig überraschend hat mich der Urban-Fantasy-Standalone von Verena Bachmann von sich überzeugen können. Ich bin sonst eher kein Fan von Gestaltwandler-Romanen, in denen der Typ auch noch ausgerechnet ein Drache ist – zuviel nerviges Alpha-Männchen-Tamtam – aber hier hat es irgendwie gestimmt. Verena Bachmann hat mit Enju eine sympathische Heldin geschaffen, die ich einfach gern haben musste. Generell finde ich ja, sollte es mehr Fantasy geben, in denen es explizit um Hexen geht, daher mochte ich das Buch von Beginn an. Daran konnte auch das anfangs wirklich anstrengend-typisch-Anführer Loveinterest nichts ändern. Ähnlich wie Enju fand ich ihn leider anfangs nämlich wirklich unnötig klischeehaft, konnte die Einschätzung aber durch das ausgewogene Kräfteverhältnis der Beiden schnell revidieren und habe die schnelle Story, den lebhaften Witz und die guten Dialoge ab da sehr genießen können.

Und darum geht’s: Die Hexe Enju will nach einem langen Arbeitstag in der Bar ihrer Tante nur eins: endlich in ihr Bett. Doch durch eine Verschiebung der Magie landet sie in einem Viertel der Stadt, in das sie normalerweise niemals einen Fuß setzen würde. In Lapislazuli spielt die Magie schon seit geraumer Zeit verrückt. Doch vor dem Club der Totenbeschwörer fühlt sie sich besonders seltsam an. Dort muss etwas Grausames geschehen sein, für das Enju plötzlich verantwortlich gemacht wird. Um ihre Unschuld zu beweisen, muss sie mit dem attraktiven Anführer der Beasts zusammenarbeiten, der eine ungeahnte Anziehung auf sie ausübt. Aber je mehr Zeit sie mit ihm verbringt, desto näher kommt er dem Geheimnis um die wahre Königin der Hexen … (Quelle)

Erschienen bei: Carlsen, 368 Seiten (28. Juni 2021) | ISBN: 978-3-551-58463-2

Knights – Ein gefährliches Vermächtnis (Lena Kiefer)*

Nach ihrer fulminanten Ophelia-Scale-Trilogie und ihrer New-ADult-Trilogie “Don’t” schließt Lena Kiefer ihr 2021 mit dem Auftakt ihrer neuen Reihe ab. War die dystopische Jugendbuchreihe um die Rebellin Ophelia noch eher dem Genre Science Fiction einzuordnen, geht es jetzt ganz klassisch in die Urban Fantasy. Und zwar mit einem gekonnten Remake der Ritter der Tafelrunde. Lena Kiefers Schreibstil zog mich dabei abermals ab der ersten Zeile in ihren Bann und ihre illustre Runde an Charakteren wirkte ähnlich zielsicher gewählt, wie die Figuren ihrer vorherigen Romanreihen.

Geschrieben aus der Perspektive der Protagonistin Charlotte, lernen wir, dass die Ritter der Tafelrunde mehr als nur eine schöne Sage sind. Stattdessen wandeln die Nachfahr*innen jener tapferen Figuren auch heute noch durch Großbritannien, dem Handlungsort des Buches. Gemeinsam mit Charles gilt es dabei nicht nur herauszufinden, ob diese nun aber wirklich so gut sind, wie es die Sage erzählt – oder ob sie nicht doch ein Haufen Fieslinge sind. Und natürlich muss die toughe Protagonistin nicht zuletzt auch ihren eigenen Platz in dieser Erzählung finden.

Und darum geht’s: Die 18-jährige Charlotte Stuart tut alles dafür, ihre einzigartige Gabe geheim zu halten. Denn sie weiß: Wenn ihre Fähigkeiten in die falschen Hände geraten, könnte das den Untergang der Welt bedeuten. Doch dann macht plötzlich jemand unerbittlich Jagd auf Charlotte und sie muss so schnell wie möglich aus London verschwinden. Auf ihrer Flucht läuft sie ausgerechnet der Organisation in die Arme, vor der sie sich jahrelang versteckt hat: den Knights of the Round Table. Die Nachfahren der Ritter der Tafelrunde verfügen selbst über besondere Gaben und Charlotte misstraut ihnen zutiefst. Dennoch bleibt ihr keine andere Wahl, als sich mit den Knights zu verbünden, um ihren übermächtigen Gegner zu stoppen. Unterstützung erhält sie dabei allen voran von Noel Mayfield, einem Lancelot-Erben, der in ihr unerwartete Gefühle weckt und mit dem sie ein gefährliches Schicksal verbindet … (Quelle)

Lena Kiefer hat sich eine meiner liebsten Sagen vorgenommen, und wie erhofft, hat sie alle meine Erwartungen erfüllen können. Das Buch wartet mit dem typischen Humor der Autorin, den gewohnt vielschichtigen Figuren und Lena Kiefers ebenso eigene Art, ihre Bücher mit verfluchten Cliffhanger zu beenden, auf seine Leser*innen. Band zwei ist für die erste Jahreshälfte 2022 angekündigt. Es wird schwer werden, so lange zu warten.

Erschienen bei: cbj, 448 Seiten (13. September 2021) | ISBN: 978-3-570-16591-1

Die Tiermagierin – Scherbenthron (Maxym M. Martineau)

Mit “Scherbenthron” findet die Tiermagierin-Trilogie der Autorin Maxym M. Martineau endlich ihren krönenden Abschluss. Verlagsseitig beschrieben als eine Mischung aus «Assassin’s Creed» und dem Harry-Potter-Spin-off «Fantastic Beasts», hat mich die Reihe von Anfang bis Ende gepackt. Im dritten Teil werden nicht nur alle offenen Fragen beantwortet, es wird auch nochmal richtig spannend, wenn Assassinen, Tiermagier*innen und magische Wesen in einen alles entscheidenden Kampf ziehen…

Und darum geht’s: (VORSICHT, SPOILER!) Tiermagierin Leena wollte nie einen Krieg. Doch ihre Feinde drohen, ein uraltes Tierwesen, den Drachen der Göttin, zu entfesseln und das ganze Land mit Feuer und Blut zu überziehen. Wird der Drache erweckt, ist alle Hoffnung verloren. Der Gruppe um Leena bleibt nur eine einzige Chance: angreifen, bevor das Ritual durchgeführt werden kann. Leena und ihr Geliebter Noc wissen, dass ihnen die Zeit davonrennt. Die letzte Schlacht naht. Und nicht alle werden sie überleben … (Quelle

Erschienen bei: kyss (ein Imprint von Rowohlt Polaris), in einer Übersetzung von Anita Nirschl, 544 Seiten (14. September 2021) | ISBN: 978-3-499-00524-4

Das Reich der sieben Höfe – Silbernes Feuer (Sarah J. Mass)

Endlich ging es mit der großartigen ACOTAR-Reihe von Sarah J. Maas weiter. Die ersten drei Teile der “Das Reich der sieben Höfe”-Reihe erzählten die Geschichte um die menschliche Jägerin Feyre Archeron – gekrönt von einem Zusatzband, der mehr oder weniger viel Handlung hat, aber ein besonders von Fans der Reihe als willkommene Verschnaufpause nach der finalen Schlacht um das Reich Prythian gesehen wurde. In “Silbernes Feuer” wird nun Feyres Schwester Nesta zur Protagonistin. Der Krieg der sieben Höfe in den vorherigen Teilen ist an der jungen Frau alles andere als spurlos vorbei gegangen – wie sie in ihrem neuen Leben zurechtkommt, wird in diesem Teil eindrucksvoll beschrieben.

Und darum geht’s: (VORSICHT SPOILER!). Feyres Schwester Nesta war schon immer stolz, wütend und nachtragend – und seit sie gegen ihren Willen eine High Fae wurde, fällt es ihr schwer, ihren Platz am Hof der Nacht zu finden. Ausgerechnet Cassian soll Nesta nun dabei helfen, ihr Schicksal zu akzeptieren. Doch die plötzliche Nähe zu ihm stellt Nesta vor eine beinahe unerträgliche Herausforderung, denn noch immer kann und will sie ihren Gefühlen für Cassian nicht nachgeben. Als dem Reich der Fae erneut ein Krieg droht, liegt es an Nesta, drei magische Artefakte zu finden – um das Schlimmste zu verhindern. Doch die Suche bringt nicht nur Dunkle Machenschaften ans Licht, sondern auch Nestas magische Fähigkeiten, die eine ungeahnte Gefahr darstellen. (Quelle)

Ich habe diesen Teil überraschend gern gehabt. Überraschend nicht etwa, weil ich an der Autorin gezweifelt hätte. Eher, weil ich nach den ersten Teilen unsicher war, wie ich Nesta als Protagonistin finden würde. Doch die Aufarbeitung ihres Traumas, die einfühlsame und bildliche Schreibe und das Konstrukt der anderen Charaktere hat mich einfach nur staunend zurück gelassen. Großes Ausrufezeichen aber an den Verlag: Bitte hört endlich auf, die Reihe als Kinder- und Jugendbuch einzustufen. Dieser Teil der Reihe zeigt an vielen Stellen sehr sehr deutlich, dass das absolut unangemessen ist.

Erschienen bei: dtv, in einer Übersetzung von Franca Fritz und Heinrich Koop, 816 Seiten (20. Oktober 2021) | ISBN: 978-3-423-76334-9

* Das Rezensionsexemplar von Knights wurde mir von der Verlagsgruppe Randomhouse kostenfrei zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung jedoch nicht beeinflusst.

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