Planet Magnon – Leif Randt

Auf meinen Streifzügen durch die Buchhandlung entdeckte ich vor kurzem Planet Magnon von Leif Randt. Angezogen von diesem herrlichen Cover – es ist so glänzend bronze-farbend, dass sich das nur schwer auf einem Bild festhalten lässt – las ich den Klappentext. Und wer kennt das nicht: nur Minuten später stand ich dann an der Kasse.

Utopie & Soziologie verpackt in einem Sci-Fi-Roman

Leif Rand wurde in den 80ern geboren und hat schon vor Planet Magnon ähnliche Werke verfasst. Zumindest liest man das im WWW, gehört hatte ich von ihm vorher noch nichts. Doch das Buch sprach mich an. Da war meine Liebe zu Sci-Fi, mein Hang zu Zukunftsszenarien soziologischer Art im Allgemeinen und natürlich meine studientechnische Vorgeschichte. Dieses Buch hat für eine Kulturwissenschaftlerin ganz einfach das gewisse Etwas.

Geschrieben aus der Ich-Perspektive und – für mich sehr ungewohnt – im Präsens, begleitet die Leser*in einen jungen Typen namens Marten bei seiner Reise durch sein Sonnensystem. Wo vor einigen Jahrzehnten noch Regierungen und Reichtum das Leben bestimmten, leben die Menschen nun gewaltfrei für sich in Kollektiven – alle Entscheidungen, die über die eigene Existenz hinaus gehen, trifft ein Computer für sie. Gemeinsam mit Emma soll Marten sein Kollektiv in anderen Regionen vorstellen und neue Mitglieder anwerben.

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Klappentext

In den unendlichen Weiten des Weltraums existiert ein Sonnensystem, dessen sechs Planeten und zwei Monde von einer weisen Computervernunft regiert werden. Zwischen Metropolenplanet Blossom und Müllplanet Toadstool ist längst die neue Zeit angebrochen, eine postdemokratische Ära des Friedens und der Selbstkontrolle. Menschen haben sich zu Kollektiven zusammengeschlossen, die um die besten Lebensstile konkurrieren. Doch das Sonnensystem wird erschüttert, als das aggressive Kollektiv der gebrochenen Herzen von sich reden macht. [Quelle]

Planet Magnon: Mehr soziologische Erzählung als Roman

Nach meiner durchaus positiven Leseerfahrung war ich etwas überrascht, als mir viele negative Rezensionen und Kommentare auffielen. Diese Art Buch weckt natürlich allein aufgrund des Klappentextes die Assoziation eines wilden Sci-Fi-Spektakels: Die gebrochenen Herzen bekämpfen das gefühllose und vernunftgesteuerte System. Am besten mit Laser Schwerten aber zumindest mit coolen Space Guns, Droiden und der ein oder anderen völlig abgedrehten Alienrasse. Aber genau das passiert hier nicht.

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Obwohl der Roman eine Geschichte mit einem seichten Spannungsbogen aufbaut, bleibt er im Grunde genommen eine utopische soziologische Erzählung. Es werden Gesellschaftssysteme vorgeführt, in denen die Menschen leben könnten, würde es ein generelles Gleichgewicht in der Lebenserhaltung geben.
Es wird in Frage gestellt, inwiefern die Steuerung dieser System über eine künstliche Intelligenz nachhaltig und sinnvoll ist. Dagegen richtet sich die Idee der gebrochenen Herzen, die dieses System boykottieren will. Oder doch nicht. Oder doch. Der melancholische Erzählstil wirkt dabei zum Teil fast schon zynisch und dann doch wieder als einziger angebracht.

Fazit: Wer einen spannungsreichen Abenteuerroman erwartet, wird hier enttäuscht. Planet Magnon ist keine Space Opera mit wilden galaktischen Kämpfen, heißen Prinzessinnen mit Lasern und gefährlichen Spelunken am Ende des Universums. Aber das will der Roman auch gar nicht sein. Wenn Du eine utopische Geschichte im Stil von Ein Rückblick aus dem Jahre 2000 auf das Jahr 1887 von Edward Bellamy suchst und diesen gern in galaktischem Ausmaß möchtest, ist der Roman für dich genau richtig.

Buchrezension Bewertung

Bibliographische Angaben

Titel: Planet Magnon
Autor: Leif Randt
Originalsprache: deutsch
gelesen auf: deutsch
Version: Taschenbuch
Verlag: KiWi-Taschenbuch (12. Januar 2017)
ASIN: B00T3OHLS8
ISBN: 978-3462049534
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 304 Seiten
Preis: 10,99€ (TB), 8,99€ (eBook), 19,99€ (gebunden)

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