Christopher Paolini über Eragon und die Ewigkeit der Sterne

Ab 2004 erschien seine Weltbestseller-Reihe Eragon. Im Jahr 2019, also fünfzehn Jahre später, erschien mit “Die Gabel, die Hexe und der Wurm. Geschichten aus Alagaësia” eine Kurzgeschichtensammlung aus dem gleichen Universum und im September letzten Jahres erschien mit “Infinitum – Die Ewigkeit der Sterne” der erste Science-Fiction-Roman des Bestseller-Autors Christopher Paolini. Anlass genug, an mein Gespräch zur Leipziger Buchmesse 2019 zurückzudenken, wo ich den erfolgreichen Autor anlässlich der Eragon-Kurzgeschichtensammlung treffen durfte.

Es war vor allem auch aufregend, da der Autor nur unwesentlich älter ist als ich – und bereits als Teenager diesen Welterfolg gefeiert hat, während es mein größter Erfolg in diesem Alter war, meine Eltern zu überreden, dass ich nach der Schule erst eine Stunde TV schauen durfte, ehe die Hausaufgaben kamen. Apropos aufregend: Das war es nach eigenen Aussagen auch für Christopher Paolini, als er sich zurück nach Alagaësia schrieb. “Aufregend und vor allem auch sehr nostalgisch. Als ich anfing, das erste Kapitel zu schreiben, fühlte es sich an, wie nach einer langen Reise wieder nach Hause zu kommen. Und ich habe mich selbst gefragt, warum ich eigentlich so lange gewartet hatte. Es war so leicht, wieder in die Welt einzutauchen und ich habe das Schreiben wieder so sehr genossen”, erzählte der Autor im Gespräch.

Bestsellerautor als Teenager – wie fühlt sich das an?

An seine Gefühle, als der erste Roman veröffentlich wurde, erinnert sich Christopher Paolini auch heute noch sehr gut. Es sei verrückt gewesen und “ich erinnere mich auch an den Moment, als mir zum ersten mal jemand sagte: Ich habe dein Buch gelesen! Das war nach dem Soft-Publishing von Eragon und ich wusste nicht, ob mein Buch wirklich gut ist.”

Wie lange es wirklich gedauert hat, bis er all das verarbeitet hatte, bis das so richtig bei ihm angekommen war, kann er hingegen nur schwer in Worte fassen. “Es hat wirklich lange gedauert, bis ich verstanden habe, dass es da Leute gibt, die meine Bücher mögen. Und dass sie die Geschichte mit jedem weiteren Buch immer noch mögen. Und dann war da dieser Moment, als während Veranstaltungen Leute zu mir kamen und mir mitteilten, sie hätten ihre Kinder nach Charakteren aus meinen Büchern benannt – oder Tattoos auf ihren Körpern, die von meiner Welt inspiriert wurden!”

Mit Christopher Paolini zurück nach Alagaësia

Die Welt, in der der Drachenreiter Eragon auf seinen Drachen Saphira trifft, lebt von den vielfältigen Charakteren, die sich Christopher Paolini dafür ausgedacht hat. Doch bei aller Fiktion, gibt es mitunter auch Wesenszüge, die er von real existierenden Personen entlehnt hat: “Es gibt definitiv einiges vom Charakter meines Vaters in der Rolle des Brom und ein wenig von meiner Mutter in Saphira”, erzählt der Autor. Der Drache Saphira ist dabei sein erklärter Lieblingscharakter: “Tatsächlich ist sie der Grund, weshalb ich die Reihe überhaupt geschrieben habe und ihre Beziehung zu Eragon ist das Herzstück der Geschichte.”

In seiner Fantasywelt Alagaësia würde der Autor übrigens auch gern selbst leben: “Und ich wäre vielleicht sogar am liebsten ein Zwerg. Und dann würde ich Zwergenspiele erfinden. Zwerge haben eine lange Lebensspanne und ich denke, sie haben mehr Spaß als z. B. Elfen in ihrem Alltag.” Zum Thema Zwerge hat er außerdem auch eine ganz interessante Theorie: “Wenn du genug Fantasy schreibst, kommt dir vielleicht irgendwann ganz spontan die Eingebung, dir jetzt einen Bart wachsen zu lassen. Ich habe mit vielen Fantasy-Autor*innen über diese Theorie gesprochen und sie waren sich alle einig – sogar die Frauen!”

Über die Ewigkeit der Sterne

Mit Infinitum ist der Erfolgsautor nun im Bereich der Science Fiction angekommen, Protagonistin ist die Forscherin Kira Navarez. Sie soll einen fernen Planeten untersuchen, der in Kürze kolonialisiert werden soll. Doch ihr größter Traum entpuppt sich schnell als Albtraum, als sie in eine Felsspalte stürzt und dort etwas entdeckt, das kein menschliches Auge zuvor erblickt hat. Die Geschichte hat wie auch Eragon ein enorm aufwendiges Worldbuilding und interessante Charaktere – und in Punkto Länge des Buches sagt der Autor: “es ist etwas umfangreicher geworden als ich anfangs angenommen hatte.”

Copyright des Autorenfotos: Lo Hunter

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