In ihrem Sachbuch “Anti-Girlboss: Den Kapitalismus vom Sofa aus bekämpfen”* plädiert Nadia Shehadeh für eine neue Sichtweise auf Erfolg, die sich von individuellem Ehrgeiz löst und kollektive Stärke sowie das Wohlsein in den Vordergrund stellt. Dabei beschäftigt sie sich einerseits mit dem dezidiert feministischen Ansatz, der aufzeigt, wie das System gerade Frauen einredet, sie müssten nett und ruhig sein, und unauffällig die ihnen übertragenen Aufgaben mit größter Zufriedenheit erledigen. Kritisch hinterfragt wird außerdem der Trend des “Girlboss” (allein die Bezeichnung sorgt dafür, dass ich mich auf einen anderen Planeten wünsche), also der Druck, ständig Höchstleistungen zu erbringen und sich so auszupowern, dass man keine Energie mehr hat, das System zu verändern.
Unlearn Patriarchy – Lisa Jaspers, Naomi Ryland & Silvie Horch
“Ich als Power-Frau hatte mich nicht vom Patriarchat lösen können, sondern mich im Gegenteil noch mehr darin verquickt und es letztlich sogar verstärkt.” – Das schreibt Naomi Ryland im Vorwort des von ihr, Lisa Jaspers und Silvie Horch herausgegebenen Buches “Unlearn Patriarchy”. Und wären es nicht Titel und Lineup des Buches bereits gewesen, hätten mich die Herausgeberinnen mit diesen Worten und den folgenden Worten gehabt. Denn wie sehr der eigene Wert, die eigenen Erfolge und unsere ganze Stellung mit diesem System zusammenhängen, das flüstert die Stimme des Patriarchats uns allen auf die unterschiedlichste Art ein. Zum Glück gibt es Möglichkeiten, dieses System, dass sich in alle Richtungen so festgesetzt hat und uns weißmachen will, dieser Status Quo wäre doch gar nicht so schlimm, einzustampfen. “Unlearn Patriarchy” ist ein Buch, das zeigen will, wie.
Was Männer kosten – Boris von Heesen
Das wir nach wie vor knietief in einer patriarchalen Welt leben, ist an sich nichts neues. Das sie uns eigentlich am Ende allen schadet ebenso nicht. Und dennoch gibt es nicht nur nach wie vor viele Menschen, die das nicht wahr haben wolle, sondern auch bewusst die Augen davor verschließen, weil sie vermeintliche Vorteile für sich daraus ziehen. Oft kommt feministische Literatur da nicht wirklich ran, denn sie appelliert an die philanthropische Idee, das alle Menschen gleiche Möglichkeiten haben sollten. In seinem Buch Was Männer kosten –Der hohe Preis des Patriarchats* geht Boris von Heesen einen eklatanten Schritt weiter, denn er packt unsere Gesellschaft genau dort, wo es ihr weh tut: beim Geld.