Am Ende des Tages

Immer den Erwartungen anderer gerecht werden zu wollen, kann nicht nur anstrengend sein. Es kann auch dazu führen, selbst nicht mehr zu wissen, wer man eigentlich ist. Als Person, nicht als Dienstleister*in für das Glück und die Zufriedenheit anderer. Sich das aber einzugestehen, fühlt sich oft falsch an. Egoistisch und selbstüberschätzend. Was aber, wenn am Ende des Tages nicht mehr genug Zeit für mich selbst bleibt, was wenn die Wünsche und das Brauchen anderer zu viel wird und nichts mehr von mir als Person bleibt? Das habe ich mich letztens gefragt und versucht, meine Gedanken in Worte zu fassen.

Am Ende des Tages

Ich will nicht. Aus tiefstem Herzen: Ich will nicht. Habe keine Zeit, muss mich endlich mal um mich selbst kümmern und dieses “Boundaries setzen” ausprobieren, Energie tanken und vielleicht auch lernen, sie zu speichern – für schlechte Zeiten. Sie wissen gar nicht, wie sehr ich das gerade brauche. Wie wenig ich mich wie ich selbst fühle.

Ich will mich kennenlernen, wissen, wer ich wirklich bin und was mich ausmacht. Lernen, was ich will und was halt nicht. Doch am Ende des Tages fehlt genau dafür immer die Kraft und die Zeit und die Muße und die Lust. Ich leb in diesem Körper, der durch die Aufgaben anderer bewegt wird. Der durch den Tag sich schlägt, von einem”ja klar, gib her” zum nächsten “Ich mach das eben schnell”. Der Klein bei gibt, damit andere sich nicht schlecht fühlen. “Gar kein Problem” und “macht doch nichts”.

Ich will nicht. Aus tiefstem Herzen: Ich will nicht. Habe keine Lust, immer das zu tun, was andere von mir erwarten. “Du hast dich verändert” sagen sie, wenn ich mich durchringe und Nein sage. Wenn ich mich durchringe und sage “Das war nicht okay”. Sie wissen gar nicht, wie viel Überwindung es kostet. Dieses für sich einstehen.

Das Copyright des Textes liegt bei mir, eine Weiterverbreitung ist weder gewünscht noch gestattet.

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