Zwischen zwei Sternen – Becky Chambers

Nach „Auf einem langen Weg zu einem kleinen zornigen Planeten“ vertieft Becky Chambers ihr Wayfarer-Universum mit „Zwischen zwei Sternen“. Indirekt schließt dieser zweite Teil an die Handlungen des Vorgängers an, verfolgt aber nicht länger die Geschichte der Crew von der Wayfarer.

Obwohl dieser Teil dadurch fast gänzlich unabhängig gelesen werden kann, würde ich dir dennoch empfehlen, die Bücher chronologisch zu lesen. Die Handlung spielt direkt nach dem Ende des ersten Teils und verrät dir dadurch sonst Teile des Endes vom Vorband. Auch wird dir Die Welt im ersten Teil sehr ausführlich erklärt, ein Wissen, dass dir hilft, dich in diesem Teil schneller zurecht zu finden.

Philosophischer als der erste  Teil

Mich hat bereits bei Becky Chambers ersten Roman aus der Reihe fasziniert, wie federleicht sie ihre Welt erstellt hat. Natürlich haben Sci-Fi AutorInnen den immensen Vorteil, einfach einen Status Quo festzulegen, der unserer Gesellschaft nicht im entferntesten ähnelt, doch Becky Chambers gelingt das scheinbar so spielend, dass ich schnell vergessen konnte, dass das nicht unser Status Quo ist.

Das liegt auch daran, dass die Menschheit in dieser Space Opera nicht etwa zu den führenden Spezies der Galaxis zählt, sondern eher im Gegenteil. Zwischen allen anderen raumreisenden und vernunftbegabten Spezies wirkt der Mensch mitunter sogar etwas grobschlächtig. Doch damit nicht genug, denn die Vielzahl der Spezies sind jede für sich so unterschiedlich, so divers in ihrer Lebensart und ihren Vorstellungen, in ihrer Art zu Kommunizieren und in ihrer Kultur, dass es einfach nur spannend ist, wieder in die Geschichte einzutauchen.

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Gleichsam ist dieser Teil philosophischer als der erste Teil. Wurde im Vorgänger immer mal wieder die Problematik der empfindsamen Künstlichen Intelligenz angeteasert, befinden wir uns in „Zwischen zwei Sternen“ genau mitten in der Problematik.

Zwischen zwei Sternen – der Klappentext

Früher hatte Lovelace ihre Augen und Ohren überall. Als KI-System der Wayfarer bekam sie alles mit, was auf ihrem Raumschiff passierte, und sie sorgte für das Wohlbefinden der Crew, für die Lovelace immer mehr eine Freundin war als nur ein System.

Dann kam der totale Systemausfall. Ihre Crew sah nur eine Möglichkeit, Lovelace zu retten: ein Reboot all ihrer Systeme. Als sie aufwacht, ist sie in einem Bodykit gefangen, eingeschränkt auf modifizierte menschliche Körperfunktionen – in einer Gesellschaft, in der eine solche Umwandlung verboten ist.
Doch Lovelace ist nicht allein: Pepper, eine chaotische Technikerin, die ihr Leben riskiert hat, um die Künstliche Intelligenz zu retten, hilft Lovelace, ihren Platz in der Welt zu finden. Denn Pepper weiß selbst nur zu genau, wie es ist, ganz auf sich allein gestellt zu sein und das Universum neu kennenzulernen … [Quelle]

Darf Künstliche Intelligenz fühlen?

Der Aufbau der Geschichte ist diesmal ebenfalls etwas anders als bei „Ein langer Weg zu einem kleinen zornigen Planeten“. Denn diesmal wird die Geschichte abwechselnd aus der Perspektive von Lovelace erzählt, die mit der Hilfe von Pepper und ihrem Freund Blue langsam beginnt, ihre bisherige Welt zu hinterfragen und sich in ihr neues Leben vortastet und dann auch aus der Perspektive eines Mädchens namens Jane, das, behütet von denkenden Roboter-Nannys, gemeinsam mit anderen – ihr komplett gleichen – Mädchen aufwächst und deren Aufgabe es ist, Schrott zu sortieren und daraus neue Dinge zu bauen.

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Nach und nach verstricken sich die beiden Handlungsfäden und die Frage, wie moralisch das Klonen ist, steht wieder im Raum, ergänzt durch die, wie autonom und gefühlvoll Künstliche Intelligenz agieren und sein kann – sein darf. Gesellschaftlich übergeordnete Fragen, die sowohl für die kleine Jane, als auch für Lovelace über Leben oder Tod entscheiden.

Fazit: Mich haben beide Handlungsstränge diesmal auch emotional sehr mitgenommen, denn sowohl der kleinen Jane, als auch Lovelace werden viele Dinge vorenthalten, sie dürfen vieles nicht und werden von den Voraussetzungen, die „echte Lebewesen“ festlegen, förmlich erdrückt. Und obwohl dieser Teil dadurch noch einmal tiefer geht, als das erste Buch, kamen auch die spannenden und humorvollen Momente nicht zu kurz. Alles in allen habe ich dieses Buch sehr genossen und empfehle es jeder FreundIn, einer tiefsinnigen und diversen Space Opera.

Buchrezension Bewertung

Bibliographische Angaben

Titel: Zwischen zwei Sternen
Autorin: Becky Chambers
Originalsprache: englisch
gelesen auf: deutsch, übersetzt von Karin Will
Version: Taschenbuch
Verlag: FISCHER Tor; Auflage: 2 (25. Januar 2018)
ASIN: B071NF3FG8
ISBN: 978-3596035687
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 544 Seiten
Preis: 9,99€ (TB), 9,99€ (eBook)

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