Wenn Donner und Licht sich berühren – Brittainy C. Cherry

Da ich zurzeit viele Bücher, die im Programm des LYX-Verlages stehen, regelrecht verschlinge, bin ich auch über die Bücher von Brittainy C. Cherry gestolpert. Die amerikanische Autorin hat bereits mehrere Awards für ihre Geschichten gewonnen, Bestseller geschrieben und ihre Bücher sind mit die liebsten Fotomotive auf Bookstagram.
Ich habe ihren Standalone-Roman „Wenn Donner und Licht sich berühren“ gelesen und war währenddessen sehr zwiegespalten, ob ich ihn mag oder eher nicht.

Zwei Menschen und ihre Liebe zur Musik

Die Geschichte ist in zwei Teile unterteilt und erzählt anfangs, wie sich die beiden Protagonst*innen während der Highschool kennenlernen. Elliot ist ein schüchterner Junge, der für die Musik lebt. Durch einen Vorfall in der Vergangenheit wird er von allen in der Schule gemieden – denn er ist seitdem das neuste Opfer einer Jungsgruppe. Daran kann auch die neue Mitschülerin Jasmine Greene nichts ändern. Doch ihre Freundschaft und die gemeinsame Liebe zur Musik gibt den beiden Kraft. Zumindest solange, bis Jasmines ehrgeizige Mutter die Karriere ihrer Tochter beschleunigen möchte und die beiden sich nicht mehr sehen können.

Jahre später treffen die beiden wieder aufeinander. Jasmine lernt sich selbst neu kennen und hofft darauf, dass es noch etwas von der tiefen Freundschaft zu Elliot die Zeit überdauert hat. Doch dieser kämpft mit einem grausamen Verlust und lässt niemanden an sich heran.

»Wieso bleibst du bei ihr? Wieso solltest du bei jemanden bleiben, den du nicht einmal liebst und der dich so behandelt, wie sie es tut?«

Wenn Donner und Licht sich berühren – Brittainy C. Cherry

So viel zur Handlung des Buches, denn leider ist der Klappentext hier diesmal nicht ganz so aussagekräftig, wie ich finde. Die Idee der Geschichte finde ich toll und das Setting des Großteils der Handlungs in New Orleans ist ebenfalls sehr angenehm. Dennoch konnte mich die Handlung leider nicht überzeugen und das liegt wohl maßgeblich an zwei Punkten: Die Aufteilung der Geschichte und der Verlauf der Geschichte der Charaktere.

Wenn Donner und Licht sich berühren (Brittainy C. Cherry) - LYX-Verlag. Buchrezensionen auf vielleichtaberdoch.de

Klappentext von „Wenn Donner und Licht sich berühren“

Sich in Jasmine Greene zu verlieben, fühlte sich an wie ein warmer Sommerregen. Leicht und unbeschreiblich schön. Aber als wir uns Jahre später wieder gegenüberstehen, ist von dem Sommerregen nichts mehr übrig. Stattdessen sehe ich in ihren Augen einen tosenden Sturm. Wie lange tobt er schon dort? Wie lange hat er sich schon in ihrer Seele zusammengebraut? Ihr Herz ist für immer gebrochen, und ich hasse mich dafür, dass ich es jetzt erst bemerke – wo es vielleicht schon zu spät ist. (Quelle)

Zu viel Drama, ein paar Denkfehler und kaum Lichtblicke

In vielen Rezensionen und auch in den Bildbeschreibungen auf Bookstagram ist zu lesen, wie emotional, gefühlvoll und herzzerreißend die Geschichte ist. Und das stimmt auch, zweifelsohne. Besonders im ersten Teil bin ich voll auf meine Kosten gekommen, konnte in das Leben der beiden eintauchen und habe vor allem Jamines Vater und TJ ins Herz geschlossen.

Doch dann kommt der Zeitsprung von sechs Jahren. Es ist viel passiert und daher ist es klar, dass die beiden anders miteinander umgehen, als zuvor. Besonders die Art und Weise, wie sich Elliot entwickelt hat, ist eigentlich sehr nachvollziehbar. Eigentlich. Denn im Prinzip haben sich die beiden kaum verändert, außer, dass diese süße Spannung zwischen ihnen verschwunden ist. Stattdessen scheint die Autorin fast schon den Mangel an erotischer Szenen ausgleichen zu wollen, die in den ersten Teil nicht gepasst hatten.
Auch ein paar Denk- bzw. Logikfehler tauchen hier und dort auf und stören den Lesefluss zusätzlich.

Am meisten stört mich aber, dass die Musik im Prinzip keine Rolle mehr gespielt hat. Erst, als ein weiteres Unglück geschieht und alle endlich aufhören, in diesem lächerlichen Tanz umeinander herumzuspringen, rückt dieser Teil des Buches wieder in den Fokus.

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Doch während mich die erste Hälfte des Buches wirklich begeistert hat und die zweite nur noch so lala gewesen ist, war der Epilog kaum auszuhalten. Hier gibt es noch einmal einen Zeitsprung und alle noch agierenden Personen haben ein Wahnsinns-Happy-End mit Kitsch ohne Ende.
Ich habe J. K. Rowling dieses merkwürdige Harry Potter Ende verziehen, weil ich ihr zu diesem Zeitpunkt vermutlich auch ein „Harry wacht auf, als seine Mama ihn zum Frühstück ruft – er hatte all das nur geträumt.“ verziehen hätte. Aber eine solche Bindung zu Story und Charakteren lässt sich in einem Standalone nicht aufbauen. Es war schlichtweg nicht auszuhalten.

Fazit: Leider konnte mich das Buch nicht wirklich überzeugen. Während die Nebencharaktere durchaus Potential haben, bin ich weder mit Jasmine noch mit Elliot warm geworden. Eigentlich schade, denn die Idee mit den musikalischen Protagonist*innen hat mir an sich sehr gefallen und es gab ein paar sehr schöne Kapitel zwischendrin, besonders im ersten Teil des Buches. Das kitschige Ende hat mir dann aber den Rest gegeben.
Ein Plus gibt es für den sehr schönen Schreibstil der Autorin bzw. der Übersetzung.

Buchrezension Bewertung

Bibliographische Angaben

Titel: Wenn Donner und Licht sich berühren
Autorin: Brittainy C. Cherry
Originalsprache: englisch
gelesen auf: deutsch
Version: Taschenbuch/Broschiert
Verlag: LYX; Auflage: 3. Aufl. 2019 (29. April 2019)
ASIN: B07K4FC81W
ISBN: 978-3736308305
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 384 Seiten
Preis: 12,90€ (TB), 9,99€ (eBook)

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