Verliere Mich. Nicht. – Laura Kneidl

Vor wenigen Tagen hatte ich das Vergnügen, Laura Kneidl auch mal in echt zu begegnen – nämlich auf der Frankfurter Buchmesse. Bei der Gelegenheit fiel mir jedoch auch auf, dass ich zwar „Berühre mich. Nicht.“ hier im Blog rezensiert habe, aber bisher noch nicht den zweiten Teil der Dilogie um die ProtagonistInnen Sage und Luca.

Wie auch schon beim ersten Teil, ist auch dieses Cover ein echter Hingucker. Vom Aufbau her ist es gleich dem ersten Band, jedoch in anderen Farbtönen gehalten. Und auch die Story setzt direkt am Ende des ersten Teils an.

SPOILERWARNUNG!
Ich verrate natürlich nicht, was dich im Detail in diesem Buch erwartet, aber solltest du Teil 1 noch nicht gelesen haben, solltest du die Rezension nicht lesen!

Liebe kann es nicht für alle geben – oder?

Nachdem Sage im ersten Teil absolut davon überzeugt war, dass es für sie niemals große Gefühle geben kann – ihre Vergangenheit verbot es ihr geradezu – hat sie sich dennoch immer mehr zu Luca, dem Bruder ihrer neuen Freundin April hingezogen gefühlt. Doch wie von ihr befürchtet, holt ihre Vergangenheit sie wieder ein. Sie igelt sich wieder komplett ein und stößt Luca von sich. Das dieser darüber alles andere als amused ist, kannst du dir sicher vorstellen…

Dennoch versuchen es die beiden mit einer lockeren Freundschaft miteinander – allein um April ein besseres Gefühl zu geben. Doch diesmal scheint sich Sage‘ Vergangenheit nicht so einfach wegschließen zu lassen und es kommt zu einer folgenreichen Begegnung…

»Ich nickte. Nicht weil ich ihr glaubte,
sondern weil ich mir sehnlichst wünschte,
sie würde recht haben.«

SAGE. Verliere Mich. Nicht. – Laura Kneidl

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Klappentext von „Verliere Mich. Nicht.“

Sie fürchtet sich vor der Liebe. Doch noch mehr fürchtet sie, ihn zu verlieren …
Mit Luca war Sage glücklicher als je zuvor in ihrem Leben. Er hat ihr gezeigt, was es bedeutet, zu vertrauen. Zu leben. Und zu lieben. Doch dann hat Sage‘ dunkle Vergangenheit sie eingeholt – und ihr Glück zerstört. Sage kann Luca nicht vergessen, auch wenn sie es noch so sehr versucht. Jeder Tag, den sie ohne ihn verbringt, fühlt sich an, als würde ein Teil ihrer selbst fehlen. Aber dann taucht Luca plötzlich vor ihrer Tür auf und bittet sie, zurückzukommen. Doch wie soll es für die beiden eine zweite Chance geben, wenn so viel zwischen ihnen steht?
„Dieses Buch bricht einem das Herz und setzt es anschließend liebevoll wieder zusammen.“ Mona Kasten
Das große Finale der mitreißenden Liebesgeschichte von Sage und Luca! (Quelle)

Panikattacken, Misshandlung und Traumata

Im ersten Teil hat es mich besonders fasziniert, wie Laura Kneidl mit der sehr schweren thematischen Mischung umgeht. Sage‘ Panikattacken, als Ventil für ihr kindliches Trauma und die Erinnerungen an die Misshandlungen durch eine Vertrauensperson werden von der Autorin sehr sanft beschrieben und erwischen die Lesenden dennoch mit voller Wucht. Nachdem sie begonnen hat, Luca näher an sich heran zu lassen, wurde sie umso schmerzlicher wieder zurück geworfen.

Dieser Punkt war für mich sehr spannend zu lesen, denn so sehr ich mit Sage auch mitgelitten habe, möchte ich in einem Buch ja doch eine Veränderung spüren. Eine Protagonistin, die wieder alles auf Null setzt, ist das aber nicht. Doch hier zeigt sich das Fingerspitzengefühl der Autorin: Zwar dauert es lange, bis Sage sich wieder öffnet und ich finde es nach wie vor sehr schade, dass sie sich zwei bestimmten Personen offenbar nicht mitteilt, aber genau diese Entwicklung ist so wichtig, denn sie ist glaubhaft.
Nach allem, was im ersten Teil passiert ist, wäre es fatal, würden beide ProtagonistInnen nun innerhalb weniger Kapitel wieder zusammen finden. Stattdessen ist der Weg dorthin steinig und unangenehm.

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Spannung mit Kribbeln im Bauch

Wie auch schon im ersten Teil, geht es in Verliere mich. Nicht. viel um die Gedankenwelt von Sage und Luca. Beide tragen ihr Päckchen weiterhin für sich und meinen damit leben zu können, damit leben zu müssen. Und doch kreuzen sich ihre Wege wieder und das Knistern zwischen ihnen ist noch immer da, was einige schöne, spannende und natürlich auch romantische Szenen zwischen den beiden bedeutet.

»Rasch sah ich mich um und stellte erleichtert fest,
dass Luca nicht ins Wasser gefallen war.
Er saß auf dem heruntergeklappten Toilettensitz, die Arme im T-Shirt verfangen,
während er mit schmerzhaft langsamen Bewegungen versuchte,
es sich über den Kopf zu ziehen.«

SAGE. Verliere Mich. Nicht. – Laura Kneidl

Mein großes Aber

Auch im zweiten Teil gibt es einen Punkt, der mich leider zunehmend gestört hat. Vielleicht werde ich aber auch einfach nie die „typische New Adult Leserin“. Denn ich finde es schade, wie stark die liebevoll belebten Nebencharaktere immer mehr zu ZuschauerInnen degradiert werden. Ich hätte gern mehr über April erfahren. Und wie die Geschichte mit ihrem Boss im Café ausgeht. Auch über Connor hätte ich gern mehr gelesen. Hier wurde aus meiner Sicht einiges an Potenzial verschenkt, auch wenn es möglicherweise dem Genre geschuldet ist.

Fazit: Band zwei um die beiden ProtagonistInnen Sage und Luca besticht abermals durch eine kluge Kombination aus schwerer Thematik und lockeren Figuren, schönen Dialogen und einer sehr angenehmen Schreibe. Teil eins fand ich etwas überzeugender, als Teil zwei, aber an sich eine sehr schöne Fortsetzung.

Buchrezension Bewertung

Bibliographische Angaben

Titel: Verliere mich. Nicht.
Autorin: Laura Kneidl
Originalsprache: deutsch
gelesen auf: deutsch
Version: Taschenbuch/Broschiert
Verlag: LYX; Auflage: 8. Aufl. 2018 (26. Januar 2018)
ASIN: B07281Q61P
ISBN: 978-3736305496
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 480 Seiten
Preis: 12,90€ (TB), 9,99€ (eBook)

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