The Plastic Magician – Charlie N. Holmberg

„The Plastic Magician“ ist eine Geschichte aus der Welt der Papiermagier-Trilogie von Charlie N. Holmberg. Ich mochte die Hauptreihe sehr gern und musste dieses Buch unbedingt lesen – bisher ist es nur in Originalsprache erschienen, sodass ich für meine Rezension ebenfalls den englischsprachigen Titel nutze.

Zu Beginn der Geschichte lernen wir Alvie kennen – die Tochter von deutschen Auswanderern, die inzwischen in Amerika leben. Einige Zeit vor Beginn der Geschichte hat Alvies Vater gemeinsam mit Thomas Edison die Glühbirne massentauglich gemacht – allen Ruhm jedoch an den bekannten Erfinder abgetreten. Alvie steht ihrem Vater in Sachen Erfindungsgeist in Nichts nach und möchte, nun da sie den theoretischen Teil ihrer Magie-Ausbildung abgeschlossen hat, zur Lehre bei einem Plastikmagier gehen. Die Plastikmagie ist ein sehr junges Feld und daher wie geeignet für eine ehrgeizige Magierin, neue Formeln zu entdecken.

Wie bitte – Plastikmagie?

Nachdem ich mich so wohl gefühlt habe, im Universum der Papiermagier, hat mich Thematik dieses Buches stutzig gemacht. Plastikmagie klingt jetzt irgendwie nicht so spektakulär. Doch durch die Neuheit dieses Magiezweigs reißt sie die Lesenden dennoch mit sich. Sei es durch das große Kaufhaus der Magiezutaten oder mit der großen Weltausstellung, die eine Hauptrolle im Buch spielt.

Der Fokus ist hierbei ein ganz anderer als noch in der Haupttrilogie, denn Alvie lebt bei einem sehr angesehenen und wohlhabenen Magier und dessen Familie, hat ihre eigene Zofe und muss sich daher keine Gedanken ums Kochen, Haushalten oder andere Dinge machen, die „im normalen Leben“ halt so anfallen. Dadurch ist ein sehr großer Fokus auf die Magieentwicklung selbst gelegt.

Klappentext

Alvie Brechenmacher has arrived in London to begin her training in Polymaking—the magical discipline of bespelling plastic. Polymaking is the newest form of magic, and in a field where there is so much left to learn, every Polymaker dreams of making the next big discovery.

Even though she is only an apprentice, Alvie is an inventor at heart, and she is determined to make as many discoveries—in as short a time frame—as she can. Luckily for her, she’s studying under the world-renowned magician Marion Praff, who is just as dedicated as Alvie is.

Alvie’s enthusiasm reinvigorates her mentor’s work, and together they create a device that could forever change Polymaking—and the world. But when a rival learns of their plans, he conspires to steal their invention and take the credit for it himself.

To thwart him, Alvie will need to think one step ahead. For in the high-stakes world of magical discovery, not everyone plays fair…

[Quelle]

Liebevolle Nebenstory mit oberflächlichen Charakteren

Neben Alvie treten vor allem ihr Meister und ein Geschwisterpaar immer wieder auf. Neben diesen bleiben die restlichen Charaktere ein bisschen fad und eindimensional. Auch der Antagonist der Geschichte, auf den Alvie bereits früh trifft, ist sehr farblos. Doch gerade die vier Hauptcharaktere machen das zum Teil wieder wett, denn die Interaktionen untereinander haben mich sehr oft zum Schmunzeln gebracht.

Hast du die Papiermagier-Reihe schon gelesen - der eingeklappte Abschnitt enthält Spoiler aus der Trilogie. Bitte klappe ihn nur auf, wenn das für dich in Ordnung ist.

Ein großes Plus war für mich der Gastauftritt von Ceony – der Protagonistin der drei Hauptbücher – die Alvie bei einem Besuch im Postamt trifft. Sie wird anfangs nur umschrieben, ehe nach einigen Zeilen auch ihr Name fällt: Mag. Thane. Ich bin ein kleines bisschen ausgeflippt, so toll war das.

Sie hat zwar keinen großen Auftritt, hilft Alvie aber in einer kleinen Nebensache mit ihrer Papiermagie. Am Ende taucht auch Emery auf und „entführt“ seine Frau wieder aus der Handlung. Alles in allem eine sehr kurze Szene, aber sehr berührend, weil es immer wieder schön ist, kurz von ehemaligen Protagonisten zu lesen. ♥

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Viel Spannung kommt im Buch jedoch leider nicht auf und einige Seiten sind so stark auf Plastik in seiner Beschaffenheit und den Möglichkeiten fokussiert, dass ich das Gefühl hatte, ein Chemiebuch zu lesen. Dennoch passen auch diese Kapitel zu der etwas verschrobenen Alvie, die den ganzen Tag vergisst, während sie kleine Plastikknochen herstellt.

Fazit: Die Geschichte ist eine liebevolle Erweiterung des Buchuniversums um die Papiermagier und beleuchtet einen neuen, bisher wenig bekannten, Zweig der Magie. Da scheinbar als Einzelband konzipiert, verblieb wenig Zeit, auch die Hintergrundfiguren etwas detaillierter zu malen, sodass die Story insgesamt etwas fad bleibt. Wer die Papiermagier mochte, bekommt eine Leseempfehlung für dieses Buch – wer die Reihe noch nicht kennt, sollte besser mit der Hauptreihe beginnen.

Buchrezension Bewertung

Bibliographische Angaben zu The Plastic Magician

Titel: The Plastic Magician (A Paper Magician Novel)
Autor: Charlie N. Holmberg
Originalsprache: englisch
gelesen auf: englisch
Version: eBook
Verlag: 47North (15. Mai 2018)
ASIN: B073ZDXNP4
ISBN: 978-1542047913
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 233 Seiten
Preis: 9,99€ (TB), 4,99€ (eBook)

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