Someone Else – Laura Kneidl

Nachdem im letzten Jahr sehr viel und sehr ausführlich über Someone New gesprochen wurde, den Auftakt von Laura Kneidl „Someone“-Reihe, ist nun der zweite Teil dran: Someone Else. Das Buch ist vergangene Woche im LYX-Verlag erschienen und setzt kurze Zeit nach Ende der Handlung vom ersten Teil an – allerdings aus der Sicht von zwei anderen ProtagonistInnen. 

Aber bevor ich ein bisschen über mein Leseerlebnis plaudere, muss ich erstmal eine ganz andere Freude loswerden. Denn nachdem bereits in Someone New ein bisschen angeteasert wurde, dass der Roman in einer ähnlichen Zeit spielt, wie die „Berühre mich. Nicht.“-Dilogie der Autorin, gibt es auch in diesem Roman wieder ein paar Hinweise auf das beliebte Pairing aus Laura Kneidls vorheriger New-Adult-Reihe. Wie und in welcher Form, verrate ich aber nicht. ♥

Spannende Perspektiven

Die beiden ProtagonistInnen, Cassie und Aurie, sind bereits aus dem ersten Teil bekannt und da hat sich bereits ein Konflikt angebahnt, der nun den ihm gebührenden Raum bekommt. In Someone New hat Micah die beiden MitbewohnerInnen von Julian nämlich zunächst für ein Paar gehalten. Doch beide sind eigentlich nur Freunde. Freunde, die sich echt gut verstehen, miteinander stundenlang auf der Couch Serien schauen und sich einfach blind verstehen.

Jetzt denkst du dir: Ah! Eine Friends-to-Lovers-Story. Und ein klein bisschen ist sie das auch. Nur das den beiden – und das ist ein bisschen typisch für Laura Kneidl – statt Dinge oder Menschen vor allem Werte im Weg liegen. Während Cassie nämlich ein absolut introvertierter Mensch ist, die am liebsten nur in ihrer Wohnung sein würde, ist Aurie, eigentlich Maurice, ein beliebter Sportler und gern gesehener Gast bei gesellschaftlichen Events. Warum er trotzdem gern auch Zeit mit Cassie verbringt und warum er den Spitznamen Aurie regelmäßig peinlich findet, verrät nach und nach die Handlung des Buches.

Viele Probleme und keine Lösung in Sicht

Während Cassie und Aurie zunächst versuchen, die Anziehung zwischen einander zu ignorieren und sich auf ihre Freundschaft zu konzentrieren, erhalten wir auch ein paar Updates von Julian und Micah aus Someone New und auch das Pairing des dritten Teils wird etwas näher vorgestellt (und ich muss sagen, dass ich mich auf die beiden echt nochmal etwas mehr freue!).

Die erste Seite von "Someone Else" von Laura Kneidl – Buchrezensionen, Gespräche mit AutorInnen und mehr – auf vielleichtaberdoch.de

Dabei baut Laura Kneidl die ein oder andere Problematik ein, die gewohnt feinfühlig von ihr beschrieben wird. Sei es die Diabetes-Erkrankung von Cassie oder der Rassismus, dessen Opfer Aurie immer wieder wird.
Doch während ich in Someone New die Problematik sehr gut be- und umschrieben fand, denke ich diesmal, dass an diesen Stellen noch Luft war.

Klappentext von „Someone Else“

Ist ein Moment des Glücks wirklich den Preis unserer Freundschaft wert?
Eigentlich könnten Cassie und Auri das perfekte Paar sein: Sie sind beste Freunde, wohnen zusammen und teilen ihr größtes Hobby – die Fantasyliteratur. Und obwohl Cassie das Gefühl hat, dass niemand auf der Welt sie besser kennt als Auri, scheinen die beiden manchmal Welten zu trennen. Während Auri Football spielt, viele Bekanntschaften hat und gern unter Menschen geht, zieht Cassie sich lieber von der Außenwelt zurück und pflegt einen kleinen, aber engen Freundeskreis. Doch je mehr Zeit vergeht und je stärker ihre Gefühle für Auri werden, desto größer ist ihre Angst, dass das, was sie und Auri verbindet, vielleicht nicht so stark ist wie das, was sie trennt … (Quelle)

Der Plot ist dabei diesmal anders aufgebaut, als im ersten Teil. Denn im großen und ganzen sind Aurie und Cassie eigentlich zufrieden mit ihrer Situation. Die Geschichte ist aus der Perspektive von Cassie geschrieben und doch hatte ich beim Lesen auch das Gefühl, Aurie sehr gut zu verstehen, auch wenn die Geschichte nicht aus seiner Sicht erzählt wird. Dabei sind es vor allem die Figuren, mit denen die beiden im Laufe des Buches interagieren, die die Problematik der Geschichte aufzeigen.

Sehr einfühlsame Protagonistin & tolle Sidekicks

Ich sage es gleich: Ich habe mich bereits in diesem Teil in Lucien verliebt und bin so gespannt auf den Abschlussband, in dem er der Protagonist sein wird. Seine Freundschaft zu Cassie ist – nicht nur wegen des verrückten Kennenlernens – ganz besonders. Er gibt ihr auch wertvolle Tipps oder hilft ihr vielmehr dabei, aus ihrer Haut zu schlüpfen und hin und wieder eine andere Perspektive einzunehmen.

Und anders als bei Micah, deren Art mich zwischendrin etwas genervt hat, ist das bei Cassie einfach wunderbar. Vielleicht kann ich mich mit ihr tatsächlich einfach besser identifizieren, als mit der enorm extrovertierten Micah, aber das Hadern und Zaudern von Cassie ist nicht nur niedlich geschrieben, sondern schlichtweg irre authentisch. Und gleichzeitig gibt sie auch offen zu, dass sie z. B. die Problematik des Rassismus gar nicht richtig verstehen kann und versucht nicht, sich da einen eigenen Reim darauf zu machen.

Der Klappentext von "Someone Else" von Laura Kneidl – Buchrezensionen, Gespräche mit AutorInnen und mehr – auf vielleichtaberdoch.de

Hingegen, und das mag auch der fehlenden Perspektive geschuldet sein, denkt mir Aurie an vielen Stellen einfach nicht weit genug oder aber er ist wirklich viel zu sehr davon überzeugt, dass viel zu viele Menschen eine Meinung haben, die wichtig für ihn sein sollte…

Teil drei kommt noch in 2020

Nach „Someone New“ und „Someone Else“ wird die Geschichte mit dem dritten Teil „Someone To Stay“ abgeschlossen. Und das Wunderbare daran: Der Abschlussband erscheint noch in diesem Jahr, genauer am 16.10.2020. Ich bin enorm gespannt, wie die bereits aufgebaute Spannung um Lucien und Aliza im letzten Band gelöst wird.

Fazit: „Someone Else“ spricht wie auch schon der erste Teil der Reihe einige wichtige Themen an, zeigt aber vor allem auch, wie wichtig es ist, miteinander über Gefühle und Eindrücke zu reden. Denn selten kommt beim Empfänger das an, was der Sender ausdrücken will. Und obwohl das scheinbar so banal klingt, ist „Someone Else“ alles andere als das. Es setzt ein Zeichen. Auf das viele weitere folgen mögen.

Buchrezension Bewertung

Bibliographische Angaben „für Someone Else“

Titel: Someone Else
Autorin: Laura Kneidl
Originalsprache: deutsch
gelesen auf: deutsch
Version: Taschenbuch/Broschiert | Special-Edition (Limited Hardcover)
Verlag: LYX; Auflage: 1. Aufl. 2020 (27. Januar 2020)
ASIN: B07D175JVR
ISBN: 978-3-7363-1121-3
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 415 Seiten
Preis: 12,90€ (TB), 9,99€ (eBook)

* Das Rezensionsexemplar von Someone Else wurde mir freundlicherweise vom LYX Verlag kostenfrei zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung jedoch nicht beeinflusst.

Das Buchcover von "Someone Else" von Laura Kneidl – Buchrezensionen, Gespräche mit AutorInnen und mehr – auf vielleichtaberdoch.de

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