Ophelia Scale – Die Sterne werden fallen – Lena Kiefer

Es ist soweit. Mit „Die Sterne werden fallen*“ erscheint nach „Die Welt wird brennen“ und „Der Himmel wird beben“ der dritte und finale Teil der Ophelia Scale-Trilogie. Noch einmal schickt Lena Kiefer ihre toughe Heldin in den Kampf um die Wahrheit: Will die die KI OmnI die Menschen auslöschen? Und wenn ja – ist sie noch aufzuhalten?

Hinweis: Diese Rezension enthält umgekennzeichnete Spoiler zu den ersten beiden Teilen. Wenn du diese noch lesen möchtest, lies bitte diese Rezension nicht.

Was bisher bei Ophelia Scale geschah…

Nachdem Ophelia Scale ihren Heimatort Brighton verlassen hatte und Teil des königlichen Geheimdienstes, den Schakalen, geworden war, um für die Rebellen von ReVerse zu spionieren, endete Teil eins damit, dass sie enttarnt und gefangen genommen wurde. Blöd für Ophelia: Denn eigentlich hatte sie ihre Meinung längst geändert und verstanden, dass die Widerstandskämpfer falsch liegen…
Trotz vermeintlicher Todesstrafe wurde sie zu Beginn des zweiten Teils als Doppelagentin für den König zurückgesandt, um ihre ehemaligen Freunde auszuspionieren. Dabei stieß sie unversehens wieder mit Lucien zusammen. Dem Typen, der ihr nicht nur das Herz gebrochen hatte, sondern auch noch der Bruder des Königs von Europa ist. Und als dieser König am Ende des zweiten Teils schließlich für Tod erklärt wurde, änderte sich für die beiden erneut alles.
Denn während sie bis dahin gemeinsam versucht haben, die Übernahme der Welt durch die OmnI, eine sehr fortschrittliche künstliche Intelligenz, und ihres Erschaffers, zu verhindern, muss Lucien nun leider Europa regieren.

»Uns allen wäre sehr geholfen,
wenn du dich etwas weniger wichtig nehmen würdest.«
Ich setzte mich auf. »Wie bitte?«, fragte ich irritiert.

Ophelia Scale: Die Sterne werden fallen*

Zu Beginn des dritten Teils sind Ophelia und Lucien daher zumindest räumlich getrennt. Und während der eine die Rolle spielen darf, die er nie wollte, darf die andere…nun im Grunde genommen das gleiche tun. Nur in den kalten Wintermonaten und zwischen Rebellen, die nach wie vor keine Gelegenheit verpassen, um dem verhassten König zumindest verbal die schlimmsten Dinge zu wünschen.

Doch wie auch schon in den ersten beiden Teilen, versteht es Lena Kiefer, die Spannung von der ersten Zeile bis zum letzen Word hin aufrecht zu erhalten und dabei ihre Titelheldin bis zur letzten Seite stetig über sich hinauswachsen zu lassen. Die Kapitel sind wie auch schon bei den vorangegangenen Teilen aus der Sicht der Protagonistin geschildert. Dennoch kommen auch die anderen Charaktere nicht zu kurz – im Gegenteil, viele der bekannten Gesichter tauchen auf, werden charakterlich weiter geschärft und auch neue Charaktere passen gut ins Gesamtbild.
Die Story hat dabei gewohnt viel Speed und beide Seiten schenken sich nichts – buchstäblich bis zur letzten Seite.

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Klappentext für Ophelia Scale – Die Sterne werden fallen*

Ophelia befindet sich nun endgültig zwischen den Fronten. Die regierungstreuen Anhänger der Abkehr von jeder Technologie und die Widerstandsgruppe ReVerse bekämpfen sich mit allen Mitteln. Letztere wird inzwischen vom mächtigsten Gegner der königlichen Familie angeführt.

Als die Stimmung in der Bevölkerung umzuschlagen droht, muss der König alles auf eine Karte setzen. Und Ophelia muss sich entscheiden, was sie bereit ist zu opfern, wenn sie ihre große Liebe und ihr Land retten will. (Quelle)

Besonders spannend ist auch hier wieder die Gedankenwelt von Ophelia, die aufgrund eines Gendefektes ein optimiertes Gehirn hat und sich im Normalfall daher mit Headlock, einem Stoff, der ihre Denkleistung und die verbesserte Wahrnehmung und Auffassungsgabe eindämpft, zudröhnt, um nicht von eben dieser völlig überfordert zu sein. Oft ist genau diese Gabe, mit der Ophelia schier aussichtslose Situationen löst – und doch sorgt Lena Kiefer dafür, dass ihre Heldin nicht übermenschlich wirkt und weit davon entfernt ist, perfekt zu sein.
So wird ihr ganzes Handeln zusehends egoistischer, da sie versucht, sich von dem Makel ihres versuchten Attentats reinzuwaschen. Längst nicht jede Figur in der Romanreihe ist gut auf die Protagonistin zu sprechen und zum Teil erhält sie eisigen Gegenwind. Doch auch die Figuren, die sie achten oder lieben, sehen ihre Fehler und stehen dennoch zu ihr.

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Insofern muss ich auch sagen, dass ich selten einen fantastischen Roman gelesen habe, dessen Selbst- und Fremdwahrnehmung des Titelhelden so normal gewesen ist.
Ophelia selbst bleibt dabei auch in schwierigen Situationen eine starke Heldin. Und ja, das heißt auch, dass sie mal zusammenbrechen oder heulen darf. Dass sie unlogische Wut empfinden und in den Armen eines Mannes schwach werden darf.

»Es war eine brillante Idee«, erinnerte ich ihn.
»Nein, in erster Linie war es eine wahnsinnige Idee. Dass sie brillant war, konnte man erst im Nachhinein beurteilen.«

Ophelia Scale: Die Sterne werden fallen*

Ophelia Scale: Und das ist die Trilogie – Ein Versuch, es in Worte zu fassen.

Die Geschichte, die Lena Kiefer da gezaubert hat, ist nur schwer in Worte zu fassen. Sie ist eine Berg- und Talfahrt, nicht was Spannung oder Qualität angeht, dafür aber alles andere, was ein Buch zu einem großartigen Werk macht. Gerade im ersten Teil, in dem einfach unmöglich zu sagen ist, wer jetzt die Guten und wer die Bösen sind. Aber auch in den beiden Folgebänden, die so verstrickt sind, mit so vielen Wendungen aufwarten, dass es schwer ist, sich hundertprozentig einer Seite zugehörig zu fühlen. Selbst, als die Rebellen immer militanter werden, ist ihre Wut zum Teil noch sehr gut nachvollziehbar gewesen. Denn wie so oft in der Kommunikation zwischen Regierung und Untertanen, mangelt es an der Information.

Und so hat Lena Kiefer eine grandiose Dystopie geschaffen, die viele aktuelle Themen aufgreift, bekannte Ideen der heutigen Gesellschaft nimmt und in die unmittelbare Zukunft katapultiert, um sie dort wirken zu lassen. Diese Jugendbuchreihe kann ich daher wirklich nur jeder und jedem empfehlen, die und der Lust auf eine kluge Dystopie hat, nach einer starken und mutigen Heldin Ausschau hält und Spannung gut ertragen kann.

Und wenn du mehr über die Autorin erfahren möchtest, kannst du das direkt in dem Gespräch, welches ich mit ihr geführt habe.

Fazit: Ohne Worte. Die Story um diese starke Protagonistin ist mitreißend, einfühlsam, verworren und spannend bis zur letzten Seite. Ich möchte und muss unbedingt mehr davon lesen und hoffe, dass es irgendwann einen Spinn-Off zur Serie geben wird.

Buchrezension Bewertung

Bibliographische Angaben

Titel: Ophelia Scale – Die Sterne werden fallen*
Autorin: Lena Kiefer
Originalsprache: deutsch
gelesen auf: deutsch
Version: Gebunden
Verlag: cbj; Auflage: Originalausgabe (11. November 2019)
ASIN: B07Q4DB6Q6
ISBN: 978-3570165577
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 410 Seiten
Preis: 18,00€ (Gebunden), 11,99€ (eBook)

* Das Rezensionsexemplar von Ophelia Scale – Die Sterne werden fallen wurde mir freundlicherweise von der Verlagsgruppe Randomhouse kostenfrei zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung jedoch nicht beeinflusst.

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