Im Gespräch mit Lilly Labord

Am Montag erschien der vierte Teil ihrer magischen Buchreihe „Zum Kaffee bei Mr. Dalton“, deren erster Teil nach seiner Veröffentlichung im Sommer 2019 in kurzer Zeit auf gleich mehreren Amazon-Listen in die Top 15 geschossen ist.
Ich hatte die Gelegenheit, mit Lilly Labord über das Schreiben, ihre Bücher und die Besonderheiten ihrer Charaktere zu sprechen.

Lilly Labord ist eine Autorin aus Frankfurt, die bereits so einige Bücher geschrieben und veröffentlicht hat. Seit Sommer 2019 veröffentlicht sie ihre Reihe um die Asperischen Magier mit dem mysteriösen aber charmanten Mr. Alfric Dalton und seiner Assistentin Holly Miller im Mittelpunkt der Handlung.

Liebe Lilly, erzähl zum Einsteig doch mal, wie du zum Schreiben gekommen bist?
Ich bin übers Lesen zum Schreiben gekommen, habe mit 14 meinen ersten Roman begonnen und bin nach 2 Kapiteln steckengeblieben. 😉 Den nächsten habe ich mit etwa 20 geschrieben und seit Mitte 20 schreibe ich mehrere im Jahr, wovon die ersten zehn oder 12 niemals irgendwem gezeigt wurden, außer dem engesten Familienkreis.
Gelesen habe ich immer viel und als ich dann Literaturwissenschaften studiert habe, wurde es SEHR viel. Herr der Ringe war definitiv ein Schlüsselbuch.

Das klingt nach einer wahren Passion. Und ich muss dir bestimmt nicht sagen, dass die Werke in deiner Schublade sicherlich einige sehr neugierig werden lassen… Wenn du nicht Autorin geworden wärst – was hättest du dann vielleicht gemacht?
Naja, ich habe vieles andere gemacht – Telefonverkauf, Zigarrenverkauf, Lottovertrieb und nach dem Studium dann die Arbeit mit Kindern mit Lernschwierigkeiten und Problemen beim Lesen. Und ich hätte vermutlich gemalt.

Wow, da hast du ja wirklich schon so einiges gemacht. Du veröffentlichst unter einem Pseudonym. Wie kam es dazu? Und stört es dich manchmal auch?
Das erste Pseudonym entstand, damit ich den Rückwärtsgang einlegen kann, wenn es nichts wird. 😀 Dann habe ich so meine Genres getrennt, weil es die Leserinnen schon etwas wundert, wenn sie eben eine freundliche Romanze gelesen haben und jetzt Space Piraten mit Phasern herumballern. Heute schreibe ich hauptsächlich als Lilly, aber auch unter meinem Klarnamen. Ich finde das ganz gut so, weil Lilly meine freundliche und nette Seite verkörpert und ich aber eben auch eine andere habe.

Das leuchtet ein – zumal beide Genres von mitunter ganz unterschiedlichen Menschen gelesen werden, die davon dann garantiert irritiert wären. Ich finde die Kombination übrigens klasse – ich lese ja selbst beides und habe manchmal das Gefühl, damit etwas auf dem Abstellgleis zu stehen. 🙂 Was brauchst du, um zu schreiben, bzw. wie sieht deine optimale Schreibumgebung aus?
Ich brauche unglaubliche Mengen Kaffee und einen gutlaufenden PC. Und außerdem brauche ich Stille. Die habe ich hier in der Großstadt an einer Bushaltestelle, an der SchülerInnen von drei Schulen ein- und aussteigen, und zusätzlichen drei Kneipen leider nicht. Und dann tue ich mich schwer.

Im Gespräch mit Lilly Labord - Autorin der Asperischen Magier: Zum Kaffee bei Mr. Dalton. Gespräche und Buchrezensionen auf vielleichtaberdoch.de

Einige deiner Bücher sind indirekt miteinander verbunden bzw. spielen sozusagen in der gleichen Nachbarschaft. Hast du schon Ideen, wie (und vor allem ob) du die Charaktere vielleicht mal aufeinander treffen lässt?
Ja, sehr viele meiner Bücher sind miteinander verbunden und nicht nur das: auch mit den Büchern von Kay Noa. Zusammen haben wir damals je eine Vampirserie entwickelt und geschrieben.
Ich „Kein Brautstrauß“ und Kay den „Vampire Guide“. Seitdem haben Figuren der einen auch Auftritte in den Romanen der anderen und unsere LeserInnen mögen das. Gemeinsam bilden all diese Romane die Schattenwelt, in denen die Regeln, was ein Vampir kann, was ein Werwolf kann usw. für alle unsere Figuren und Romane gelten, sodass eine in sich geschlossene Welt entsteht, auch bei den Büchern, die wir nicht zusammenschreiben. Unser gemeinsames Werk ist die Whitehall-Shadows-Reihe, wo wir das tatsächlich gemeinsam verfassen – sie als die Ermittlerin lara, ich als der Vampir-Chief-Inspector Fionn Byrne. Macht ziemlich Spaß so.

Das kann ich mir allerdings vorstellen! Ich habe selbst mal ein paar Schreibexperimente mit einer Freundin zusammen unternommen und wir haben uns köstlich amüsiert. Welchen Charakter deiner Bücher magst du am liebsten?
Welches seiner Kinder mag eine Mutter am liebsten? Das ist gemein! Wenn ich schreibe, ist die aktuelle Protagonistin oder der Protagonist meine Lieblingsfigur. Manchmal faszinieren mich aber auch Nebenfiguren, beispielsweise Sandy aus der New-York-Reihe. Fionn bin ich definitiv sehr nahe und meine Zauberer sind aktuell so präsent für mich wie Menschen, mit denen ich in der „realen“ Welt zu tun habe.

Wie kam dir die Idee zur Buchreihe „Zum Kaffee bei Mr. Dalton“?
Oft schreibe ich einen Kapitelanfang, der aus einem Ideenkeim oder einem Musikstück entsteht, das ich gerade höre. Die meisten davon werden nie ein Buch. Die ersten beiden Kapitel von Hollys Geschichte lagen ein Jahr in meiner Schublade und ich wusste nicht, wie und ob es weitergehen sollte. Dann las ich es nochmal und auf einmal war alles da: der Grund weshalb Mr. Dalton sich Holly nicht zeigt, der Schwarzmagier im Turm der Kirche, der junge, hochbegabte Scott mit seinem spätpubertären Verhalten, der weise Magier Talaith… und dann habe ich geschrieben und geschrieben und mich sehr gefreut, dass so viele LeserInnen diese ganz besondere Welt der Magie mit mir teilen und bewohnen möchten. Ich glaube, Mr. Dalton wird seinen Sonderplatz in meinem Herzen behalten.

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Zauberhaftes Artwork von Alfric Dalton, dem Titelhelden von Lillys neuer Reihe. © darkmatter

Und auf wie viele Teile ist die Geschichte im Moment angelegt?
Die Geschichte besteht aus fünf Bänden, was ursprünglich nicht so war, aber es wurde schnell klar, dass die extreme Veränderung der magischen Welt durch die Entscheidungen des Rates sich nicht in 4 Bänden darstellen lassen würden.

Das Prinzip des klassischen schwarz = böse und weiß = gut weichst du in der Geschichte ja ordentlich auf, bzw. zeigst, dass es kein allgemein gültiges Gut und Böse gibt. Die meisten Lesenden haben zudem durch die Protagonistin Holly Miller die Möglichkeit, diese Konstellation in der Geschichte immer wieder zu hinterfragen. Wie kam dir die Idee zu dieser Darstellung?
Ich mochte eigentlich nie so besonders die klare Aufteilung zwischen Gut und Böse, denn die Welt besteht eben hauptsächlich aus normalen Menschen, die alle recht gut sein können und dann doch auch schlechte Dinge machen. Oder auch böse Menschen, die aber ein paar gute Wesenszüge haben, wie Tierliebe beispieslweise.
Und Holly schien anfangs so nett, so brav, das konnte nicht echt sein. Ich spürte Wut bei ihr und bin dieser Wut zu ihrem Ursprung gefolgt. Gleichzeitig sollte Daniel sehr viel weniger gutherzig sein, nur hatte er keine Lust, mir dabei zu folgen. Er kann brutal sein und egoistisch, aber er hat einen weichen Kern, der ihn ja erst zum Asperischen Magier macht, der Menschen hilft. Und Mr. Dalton selbst könnte ein weißer Magier sein, wenn er nicht das Kind seines Vaters wäre, gezeugt nicht aus Liebe und nicht einvernehmlich. So jedoch bekämpft er Anteile in sich selbst und die verhindern, dass er einfach nur gütig und selbstlos ist.
Dass der Rat und Eagles zunehmend böse Dinge tun, erklärt sich aus ihrem Gefühl, das Recht auf ihrer Seite zu haben. Sie glauben daran, dass es Schwarz und Weiß gibt und nichts dazwischen und genau das macht sie für viele dann so gefährlich.

Wenn Aelfric Dalton in eine klassische Cocktail-Bar gehen würde, welchen Cocktail würde er bestellen?
Haha, bei Aelfric weiß man nie. Er würde vermutlich einen Old Fashioned trinken, wenn er auf den Bund der Asperischen Magier anstoßen will, aber für sich selbst bevorzugt er Abwechslung. In einer ganz teuren Bar würde er so etwas bestellen, das raucht oder die Farbe wechselt, weil er das Spielerische mag. Wenn es nicht viel zur Auswahl gibt, dann einen Gin Tonic. Und Daniel würde zur gleichen Zeit ein bappsüßes Ding mit Schirmchen wegschlürfen. 😀 Dass Holly Geschmack am rauchigen Old Fashioned gefunden hat, hast du ja gemerkt.

Allerdings! Aber apropos Holly: Hat Holly einen liebsten Feiertag?
Das ist eine Frage, bei der Holly traurig werden würde, weil sie sich gar nicht erinnert – nicht erinnern darf. Deswegen ist sie unsicher bei Festen. Sie macht es gerne schön für Maggie und Bob, ihre Nichte und ihren Neffen und insofern mag sie Weihnachten und Geburtstag. Aber für sich selbst hat sie keine dieser wunderbaren Einnerungen. Umso mehr wird es eine Rolle spielen, ob ihr jemand die Freude an einem solchen Fest schenken wird. Dazu verrate ich aber nicht mehr. Das ist Thema im letzten Band.

Auf den wir hoffentlich nicht mehr lange warten müssen!
Vielen Dank, liebe Lilly, dass du dir die Zeit genommen hast, meine Fragen zu beantworten. Ich hatte auf jeden Fall sehr viel Spaß an deinen Antworten.

Ich werde mich jetzt erstmal zurück lehnen und den vierten Teil der Asperischen Magier um Mr. Dalton lesen. Das neue Buch von Lilly Labord gibt es gedruckt und als eBook auf Amazon. Und wenn du die aktuelle Reihe der Autorin noch nicht kennst, empfehle ich dir meine Rezension.

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