Im Gespräch mit Ben Aaronovitch

Portrait © Sabrina Aaronovitch

Es gibt AutorInnen, die schreiben ein gutes Buch und dann gibt es AutorInnen, die schreiben gleich eine Handvoll davon oder noch mehr. Das sagt zwar nicht unbedingt etwas darüber aus, ob dieses Buch oder diese Bücher das Leben einer Einzelnen langfristig und nachhaltig prägen, aber es ist oftmals ein erstes Indiz. Ein Autor, der mein Leben seit etwas mehr als sieben Jahren prägt, ist Ben Aaronovitch.

Der britische Autor ist bekannt für seine Urban Fantasy Reihe „Die Flüsse von London“ (benannt nach dem ersten Teil der Reihe), in der er den Londoner Polizisten und Zauberlehrling Peter Grant in zahlreiche übersinnliche, schräge und humorvolle Situationen schleift. Darüberhinaus arbeitet er auch als Drehbuchautor (unter anderem für Doctor Who) und als Buchhändler.

Im Gespräch mit Ben Aaronovitch - Autor der Flüsse von London. Gespräche und Buchrezensionen auf vielleichtaberdoch.de

Vor kurzem hatte ich die Gelegenheit, mit dem britischen Kultautor zu sprechen. Wir haben uns vor allem über seine Bücher und die darin auftauchenden Charaktere unterhalten – lies selbst.

Im Gespräch mit Ben Aaronovitch

Kürzlich erschien mit „Der Oktobermann“ eine Novelle, die in der Moselregion spielt. Im Gegensatz zur ersten Novelle „Geister auf der Metropolitan Line“ geht es bei dieser nicht um Peter Grant, sondern um einen neuen Ermittler: Tobias Winter. Hast du weitere Geschichten geplant, die uns weg von den britischen Inseln führen?
Durchaus! Derzeit sind zwei Novellen geplant, die in Amerika spielen werden. Ich bin mir aber auch sicher, dass Tobi und Vani in der näheren Zukunft einen weiteren Auftritt haben werden.

Das wäre super! Die beiden sind zwei wirklich spannende und liebenswerte Charaktere. Wie kam dir denn überhaupt die Idee dazu, etwas über die deutsche Weinregion zu schreiben?
Ich habe meine Freunde in Deutschland gefragt, was genau sie mit der Jahreszeit Herbst assoziieren und sie antworteten: Kartoffelfeuer und Weinernte. Und da dachte ich mir: Wein klingt interessant. Also habe ich mich in die deutsche Weinkultur und die Weinregion eingelesen und habe dabei die Mosel und Trier entdeckt. Und da wusste ich, dass das perfekt passen würde.

Die Geschichte der Hauptreihe ist nach Buch sieben soweit abgeschlossen. Wird mit dem achten Teil ein ganz neuer Antagonist auftauchen oder gab es bereits einen Hinweis auf den kommenden Gegenspieler oder die weitere Plottentwicklung in einem der Bücher?
Das ist eine sehr gute Frage! 😉

Im Gespräch mit Ben Aaronovitch - Autor der Flüsse von London. Gespräche und Buchrezensionen auf vielleichtaberdoch.de

Das werde ich wohl erstmal so als Antwort hinnehmen müssen und umso gespannter auf den nächsten Teil der Hauptreihe warten! Gibt es einen Charakter, den du (bisher) am liebsten schreibst?
Definitiv Peter! Wobei ich auch sehr viel Spaß am Schreiben von Tobi und Vanessa hatte, weil sie so anders sind.

Wann kam dir eigentlich die Idee für die Figur Peter Grant und die Geschichte darum?
Irgendwann in 2009 – ich war gerade mit etwas ganz anderem beschäftigt, als es passierte. Eigentlich ist es ja immer so: Eigentlich willst du das Haus putzen oder an einem anderen Projekt arbeiten und dann taucht diese neue Figur auf und besteht darauf, dass du über sie schreibst.

Das klingt irgendwie ganz nach Peter. Über welchen Charakter möchtest du unbedingt noch mehr schreiben?
Ich mochte die Art und Weise, wie DS Dominic Croft (Anm.: Er unterstützt Peter in „Fingerhut-Sommer“) für wirklich jede Situation perfekt vorbereitet war. Aber leider habe ich bisher keine Idee, aus welchen Gründen es uns zurück nach Herefordshire führen sollte…

Wie wäre es eigentlich gewesen, wenn gleich zu Beginn der Geschichte die Rollen von Lesley und Peter vertauscht worden wären – es hing ja schließlich alles davon ab, wer den Kaffee holen würde. Hätte Peter dann Lesleys Rolle übernommen und Lesley die des Zauberlehrlings?
Auf keinen Fall. Peter und Lesley haben so unterschiedliche Persönlichkeiten, dass das Ergebnis ein ganz anders gewesen wäre – ich kann nur nicht sagen, was genau passiert wäre.

Fiese Frage Anfang November, aber wie würde das perfekte Weihnachtsfest für Thomas Nightingale aussehen?
Nightingale verbringt sein Weihnachten im Folly mit Molly, und jetzt auch mit Foxglove, und ist damit glücklich und zufrieden.

Im Gespräch mit Ben Aaronovitch - Autor der Flüsse von London. Gespräche und Buchrezensionen auf vielleichtaberdoch.de

Kannst du dir eine Netflixserie der Flüsse von London vorstellen?
Ich denke, dass eine solche Serie durchaus umsetzbar wäre. Aber eine solche Show wäre erstaunlich umfangreich und vielleicht auch etwas ausufernd. Es würde daher einiges an Courage seitens möglicher Executives verlangen, damit sie auch erfolgreich wäre.

Vielen Dank an Ben Aaronovitch für die Beantwortung meiner Fragen. Und ein besonderer Dank auch an Steffi vom dtv Verlag, die das Gespräch koordiniert hat!

Weiterführende Links zum Thema

Nachfolgend verlinke ich dir gern die Informationsseite des Verlags, meine Rezensionen zu den Büchern von Ben Aaronovitch und weitere informative Links rund um den Autor und seine Publikationen.

Im Gespräch mit Ben Aaronovitch - Autor der Flüsse von London. Gespräche und Buchrezensionen auf vielleichtaberdoch.de

Folgende Artikel könnten Dir auch gefallen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.