Die Glocke von Whitechapel – Ben Aaronovitch

Endlich geht es weiter mit der Hauptreihe „Die Flüsse von London“ von Ben Aaronovitch. „Die Glocke von Whitechapel“ ist der mittlerweile siebente Teil der Reihe. Wenn du die vorherigen Teile noch nicht gelesen hast, ist es möglich, dass dich meine Rezension spoilert.

Nachdem ich zwischendurch das Gefühl hatte, die Geschichte hängt etwas (das war bei Fingerhutsommer, dem 5. Teil), ist schon mit dem vorherigen Teil enorm Fahrt aufgekommen. Doch obwohl das Hauptaugenmerk dieses Teils darauf liegt, den gesichtslosen Magier und seine Partnerin zu fangen, kommt auch der Humor in diesem Teil wieder nicht zu kurz.
Bereits im letzten Teil konnte der böse Magier enttarnt werden. Doch nach seiner spektakulären Flucht, ist es dem Team um Nightingale und Peter nach wie vor nicht gelungen, ihn dingfest zu machen. Die Frage, wie ein so mächtiger Magier danach auch dauerhaft eingesperrt werden kann, spielt da erstmal eine zweitrangige Rolle.

„Ich drehte mich um.
Vor mir stand die Göttin des Flusses Tyburn höchstpersönlich, die Hände in die Hüften gestemmt.
Sie trug einen schwarzen Neoprenanzug mit den Buchstaben TYR auf der Brust.“
PETER GRANT, DIE GLOCKE VON WHITECHAPEL

Kontaktaufnahme zu verblichenen Flussgeistern

Wie auch schon im letzten Teil, so ist Peter auch diesmal nicht nur auf „normalen“ Wege in der Demi Monde (jener Zwischenwelt, in der Sagengestalten, Feen und die Flüsse der Stadt einhergehen) unterwegs, sondern reist auch in die Vergangenheit. Natürlich reist er nicht wirklich, aber so fühlt es sich an, wenn Ben Aaronovitch Peters Kontaktaufnahme mit verblichenen Flussgeistern und anderen übersinnlichen Kreaturen beschreibt. Zum Glück zwingt ihn sein Lehrmeister Nightingale nach wie vor, Latein- und Griechisch-Vokabeln zu lernen.

Die Glocke von Whitechapel - Peter Grant 7 (Ben Aaronovitch) - Die Flüsse von London im dtv-Verlag. Buchrezensionen auf vielleichtaberdoch.de

Aber natürlich spielen auch die leibhaftigen Flussgöttinnen und –götter nach wie vor eine wichtige Rolle und können Peter bei seinen Ermittlungen helfen. Aber da er schlecht mit allen eine Beziehung eingehen kann, verlangen die meisten von ihnen ihren Preis…

Klappentext von Die Glocke von Whitechapel

Constable und Zauberlehrling Peter Grant steht vor seiner größten Herausforderung: Das Schicksal Londons steht auf dem Spiel. Der gesichtslose Magier, verantwortlich für grauenvolle übernatürliche Verbrechen, ist zwar endlich demaskiert und auf der Flucht. Doch er verfolgt einen perfiden Plan, der ganz London in den Abgrund stürzen könnte. Um den Gesichtslosen zu stoppen, muss Peter all seine magischen Kräfte aufbieten – und einen bösen alten Bekannten kontaktieren: Mr. Punch, den mörderischen Geist des Aufruhrs und der Rebellion. (Quelle)

Wer oder was ist Molly, die Haushälterin des Folly?

Es gibt noch immer viele ungeklärte Fragen was auch die einzelnen Charaktere der Reihe angeht. Und während Peter versucht, die Londoner Bevölkerung (und vielleicht auch die der ganzen Welt) vor dem Gesichtslosen zu retten, wird ein bisschen Licht ins Dunkel gebracht. Denn wir erfahren endlich mehr über die Geschichte von Molly, der liebevoll-gruseligen und vor allem gespenstischen Haushälterin des Folly. Durch eine unerwartete Gesellschaft, zeigt sie nämlich ganz neue Seiten von sich.

Die Glocke von Whitechapel - Peter Grant 7 (Ben Aaronovitch) - Die Flüsse von London im dtv-Verlag. Buchrezensionen auf vielleichtaberdoch.de

„Nightingale lief vor uns weg den Rivington Place hinauf.
Was, wie ich fand, von rührendem Vertrauen in meine Fähigkeit zeugte,
die Lage unter Kontrolle zu halten.“
PETER GRANT, DIE GLOCKE VON WHITECHAPEL

Und während Nightingale und Peter ihren Endgegner jagen und versuchen, herauszufinden, was dieser mit dem legendären Schwert Excalibur vorhat, warum er auf einmal so mächtig auf Kirchenglocken abfährt und woher sein Interesse für römische Geschichte kommt, haben sie noch ein ganz anderes Problem: Peters kleine Cousine Abigail hat eindeutig magisches Talent.

Das große Finale oder: Gibt es einen achten Teil?

Die letzten Seiten warten mit mehreren Kapiteln auf. Peter kommt dem Gesichtslosen zusehends näher und hat die Möglichkeit, ihn zur Strecke zu bringen: nur schafft er es auch? Oder flieht der dunkle Meistermagier erneut? Oder kommt es ganz anders? Und eine weitere Überraschung gibt es auf den beiden letzten Seiten – ein achter Teil ist also definitiv sicher.

Die Glocke von Whitechapel - Peter Grant 7 (Ben Aaronovitch) - Die Flüsse von London im dtv-Verlag. Buchrezensionen auf vielleichtaberdoch.de

Fazit: Die Spannungskurve in diesem Buch ging von Beginn an steil nach oben, es gibt einige neue spannende Charaktere und verzwickte Szenen. Dabei kommt aber auch der typische Humor der Flüsse-Reihe nicht zu kurz, sodass die Lesenden von einem witzigen Moment in die nächste detektivische Katastrophe schlittern und dabei jede Menge Magie zum Einsatz kommt.

Buchrezension Bewertung

Bibliographische Angaben

Titel: Die Glocke von Whitechapel: Roman (Die Flüsse-von-London-Reihe (Peter Grant))
Autor: Ben Aaronovitch
Originalsprache: englisch; „Lies Sleeping: The Seventh Rivers of London novel“
gelesen auf: deutsch
Version: Taschenbuch
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (24. Mai 2019)
ASIN: B07KMDF1TD
ISBN: 978-3423217668
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 416 Seiten
Preis: 10,95€ (TB), 8,99€ (eBook)

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