Die 10 wichtigsten Werkelmaterialien (für den Anfang)

Wenn du mit dem Basteln von Karten aller Art anfangen möchtest, kann es dir passieren, dass du dich wahnsinnig schnell in dem riesigen Angebot verlierst. Es gibt so unfassbar viele tolle Dinge, die zum Basteln geeignet sind und inzwischen ja auch sagenhaft viele Shops. Genauso schnell bist du dann aber auch dabei, schon am Anfang sehr viel Geld für ein neues Hobby auszugeben.

In diesem Artikel möchte ich dir eine Auswahl von 10 Bastelmaterialien für Einsteiger auflisten. Mit diesen Dingen kannst du dann bereits einige tolle Karten werkeln und dir dann nach und nach eine größere Sammlung zulegen.

Die Basics zum Basteln

Es gibt vieles, um das kommst du beim Basteln nicht drumherum. Während es im weiteren Verlauf der Artikels auch einige Elemente des persönlichen Geschmacks gibt, benötigst du viele Essentials, die für das Basteln eigentlich immer benötigt werden. Die Basics stelle ich dir gleich zu Beginn meiner Liste mit Bastelmaterialien für Einsteiger vor.

1. Die richtige Schere

Ich will ehrlich sein: eine richtige Papierschere, also eine, auf deren Verpackung wirklich „Papierschere“ steht, besitze ich bis heute nicht. Worauf ich aber achte, ist, dass ich eine Schere ausschließlich für Papier nutze. Dadurch verlässt die Schere meinen Schreibtisch quasi nie und ist auch nach langer und intensiver Benutzung noch scharf.

2. Klebemittel – aber welches?

Ich weiß nicht mehr, wie lange ich mich mit verschiedenen Flüssigklebern und Klebestiften herumgeärgert habe. Erstere haben immer überall ihre Spuren hinterlassen. Und wer letztere „in rund“ konzipiert hat, muss wirklich ein Ding an der Waffel gehabt haben. Die Lösung kam dann von meinem liebsten Fräulein Nebel vor einigen Jahren: Fotokleberoller! Die gibt es inzwischen fast überall auch recht günstig zu kaufen und ich möchte NIE WIEDER eine Karte ohne herstellen müssen. Flüssigkleber und Klebestifte besitze ich zwar noch irgendwo, aber vermutlich sind beide bereits vollständig ausgetrocknet.

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3. Alle meine Farben: Tonkarton für alle Gelegenheiten

Tonkarton benötigst du für fast alle Ebenen deiner Karte: Natürlich als Cardstock, als Base und für eventuelle weitere Elemente, die in mehreren Schichten übereinander geklebt werden.

Es gibt ihn auch immer mal wieder  an verschiedensten Stellen als Block oder Set im Angebot. Für den Anfang auch keine schlechte Idee, aber dennoch rate ich dir etwas anderes: In Bastel- und Künstlerbedarfsläden kannst du oft einzelne Blätter Tonkarton erwerben. Es gibt so viele Farben zur Auswahl und am besten achtest du darauf, dass du dir Farbgruppen kaufst, also z. B. ein dunkleres Braun, ein helleres, dazu ein Cappuccino-Braun und 2-3 Abstufungen in den Creme-Naturweiß-Tönen. Oder das ganze in der blauen oder roten Farbfamilie. Von jeder Farbe, die du dir aussuchst, solltest du 2-3 Blätter holen. Dazu mindestens 3 Blätter in einem schönen Weißton. So hast du am Ende 15-20 Blätter Tonkarton und bist erstmal gewappnet.

Natürlich kommst du später dann günstiger, wenn du gleich einen ganzen Block von einer Farbe kaufst – aber für den Anfang und um ein Gefühl für Farben zu bekommen, ist das aus meiner Sicht ein ganz gutes Vorgehen.

4. Stempelfarben: Ach, es gibt so viele!

Und damit meine ich nicht nur die Farbtöne selbst, sondern auch die Zusammensetzung und die Anbieter von Stempelkissen. Über die einzelnen Arten zu sprechen, nimmt jedoch einen eigenen Artikel in Anspruch. Gut, dass es bereits einige gute Artikel zu diesem Thema gibt, einer der informativsten ist der Stempelkissen-Vergleich der Fantasiewerkstatt.

Wichtig sind vor allem drei Dinge, auf die du achten solltest:

  1. Die Farben sollten gerade am Beginn auch zu deinen neu erworbenen Papiervorräten passen. Dazu empfehle ich dir auch immer die Stempelfarbe schwarz, die zu fast allem passt. Mit 3-5 Farben solltest du am Anfang gut hinkommen.
  2. Die Stempelkissen sollten mit deinen Stempeln harmonieren. Es passiert zwar zum Glück nicht allzu oft, aber manche Farben lassen sich mit manchen Stempeln einfach nicht stempeln. Das Motiv wird dann unsauber oder unscharf. Hier hilft oft das Internet bei einer schnellen Suche weiter. Stempel und Farben vom gleichen Anbieter haben dieses Problem in aller Regel nicht.
  3. Von vielen Stempelfarben gibt es sowohl ein großes als auch ein kleines Kissen. Die kleinen sind nicht nur günstiger sondern auch platzsparender. Ich habe bis heute nur kleine Stempelkissen, mit denen ich auch größere Stempel hervorragend einfärben kann. Daher rate ich dir dazu, gerade am Beginn die Kleineren zu kaufen.

Um möglichst lange Freude an deinen Farben zu haben, lagerst du deine Stempelkissen am besten kopfüber, dann trocknen sie nicht so schnell aus.

Weiter geht es mit den individuellen Elementen

Stellen die ersten vier Punkte der Bastelmaterialien für Einsteiger absolute Basics dar, ohne die es im Prinzip unmöglich ist, Karten zu werkeln, komme ich jetzt zu den Punkten, in denen vieles deinem persönlichen Geschmack überlassen bleibt: Stanzen, Stempel und Deko-Elemente.

5. Eine Stanze macht den Anfang

Vielleicht ist dieser Punkt wirklich sehr subjektiv. Aber für jemanden der mit Müh und Not halbwegs gerade schneiden kann, ist es nie spaßig, Kreise schneiden zu müssen. Ich empfehle dir daher, eine Kreisstanze zur Grundausstattung zu legen. Es gibt sie in verschiedenen Größen und in der Variante der gewöhnlichen Kreisstanze und der Wellenkreisstanze.

Zwar nehmen Handstanzen einiges an Platz weg (einige meiner Handstanzen sind ungefähr faustgroß), doch obwohl ich inzwischen eine Big Shot und einige Stanzelemente dafür habe, greife ich noch immer oft zu den Handstanzen. Manchmal geht das einfach schneller, als erst die Maschine aufzubauen.

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6.-8. Stempelsets nach dem persönlichen Geschmack

Diese drei Punkte fasse ich zusammen. Für den Anfang reichen drei Stempelsets völlig aus. Ich rate dir grundsätzlich erstmal zu Clear Stamps. Diese sind unmontiert, kommen also ohne einen Holzgriff daher. Das spart enorm viel Platz und vereinfacht auch die Lagerung. (Was die Lagerung angeht, gab es beim Frl. Nebel mal einen tollen Tipp!) Außerdem sind sie, wie der Name schon sagt, transparent und ermöglichen dir daher ein sehr genaues Platzieren des Stempelmotivs auf dem Papier.

Für Clear Stamps benötigst du theoretisch noch Acrylblöcke, auf dem der jeweilige Stempel dann haftet und du ihn dann auf deinem Papier abstempeln kannst. Der Block ersetzt also den klassischen Holzgriff des Stempels. Es gibt Acrylblöcke in vielen verschiedenen Größen. Aber für den Anfang kannst du eine leere CD-Hülle zum Stempeln nehmen und den Acrylblock später mal nachkaufen.

Ich glaube, die Meinungen könnten nicht weiter auseinander sein, als wenn es um die Frage geht, welche Stempelsets am Anfang sinnvoll sind. Meine Favoriten sind:

  • Ein Set mit kurzen Standard-Worten wie „Glückwunsch“, „Einladung“, „Danke“, „Hochzeit“, …
  • Ein klassisches Geburtstagsset: Happy-Birthday-Grüße, Cupcakemotiv usw., denn die meisten Karten werden ja doch zu Geburtstagen gewerkelt.
  • Nach ganz persönlichem Geschmack noch ein drittes Set. Ich würde mir wohl eines mit Blumen und Schmetterlingen aussuchen (oder noch eines mit Cupcakes?). Aber vielleicht steht gerade Weihnachten vor der Tür, wenn du loslegst und dann wäre ein weihnachtliches Set besser geeignet.

9. Abstandsklebis für einen herrlichen 3D-Effekt

Ich bin ehrlich: diese Dinger fliegen bei mir überall herum. Egal welche Schublade ich öffne, ich finde auf jeden Fall ein angefangenes Blatt 3D-Klebis. Ich vergesse nämlich gern, wie viele ich davon schon habe, wenn ich Bastelsachen einkaufe. Aber sie sind auch einfach zu praktisch!

Willst du nämlich auf deiner Karte verschiedene Ebenen optisch auffälliger trennen (z. B. einen Kreis, den du mit der Wellenkreisstanze aus Punkt 4 aufkleben willst), nimmst du nicht einfach Kleber, sondern die 3D-Klebis. Diese bestehen aus einem Stück Schaumstoff und Kleber auf zwei Seiten und bringen einen 3D-Effekt auf deine Karte.

10. Washi Tape, Pailetten oder Bänder?

Dieser Punkt ist wieder sehr frei, da er sehr stark von deinen Vorlieben abhängt. Es fehlt nämlich noch etwas Deko auf deinen Karten. Und für diese eignen sich Bänder und auch Washi Tape oder aber Pailetten besonders gut. Für welche du dich entscheidest, hängt natürlich von dir ab.

Mit Washi Tape z. B. kannst du sogar ganze Karten erstellen, die anderen Dekoelemente sind wirklich eher Beiwerk. Mit den Bändern kannst du eine kleine Schleife anbringen und die Pailetten bringen eine gewisse Eleganz auf deine Karte.

So viele Materialien…

Du siehst schon: es ist eine ganze Menge, die für einen Start benötigt wird. Viele Dinge kannst du aber auch für anderes benutzen oder vielleicht auch mal zum Probieren ausborgen. Alternativ kannst du aber auch mit einem Kartenset arbeiten – in einem solchen sind bereits alle benötigten Materialien enthalten.

Was meinst du – fehlt noch etwas wichtiges auf der Liste voller Bastelmaterialien für Einsteiger? Findest du, dass der ein oder andere Punkt für den Anfang vielleicht erstmal unnötig ist? Wie stehst du zur Frage von Motivpapier in einer solchen Liste – gehört es für dich zur Grundausstattung dazu? Hast du vielleicht auch eine solche Liste geschrieben? Schreibe mir deine Meinung in einem Kommentar und lass‘ mir gern auch einen Link zu deinem Artikel da.

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6 comments

  1. Ich hau mir bissel an den Kopp, dass ich nicht auch schon eine solche Liste geschrieben habe – dabei weiß ich gar nicht mehr, wie oft ich diese Frage schon beantwortet habe!
    Die Liste ist gut, ich würde nur noch einen schwarzen Filzstift dazu ergänzen, um bei ausgeschnittenen Motiven die Schnittkante zu verstecken. 😀

    Motivpapier ist cool. Und gefährlich. Weil Suchtfaktor und „Ach, so schön, wie kann ich das nur anschneiden wollen!“. (Ich schiele zu meiner Papierkommode. Haha.)
    Für Verpackungen und Scrapbook-Layouts finde ich es super, auf Karten verwende ich es tatsächlich eher selten.

    1. Dankeschön. 🙂
      Ich habe tatsächlich überlegt, ob ich einen der Punkte austausche und stattdessen in „Dinge, die du wahrscheinlich eh schon zuhause hast“ ändere: Filzstift, Lineal oder Geodreieck etc. Aber der Hinweis ist auf jeden Fall sehr gut – mal gucken, wo ich das vielleicht noch unterbringen kann.

      Und ja: eine Liste aus deiner Perspektive würde mich sehr intereressieren. Es ist ja immer sehr subjektiv, solche Auflistungen zu erstellen. Und wirklich hilfreich ist es dann für andere, mehrere Listen zu vergleichen. :3

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