Der Tote in der Kapelle – Elizabeth Edmondson

Als ich „Der Tote in der Kapelle“ von Elizabeth Edmondson gesehen habe, wusste ich sofort, dass ich das würde lesen müssen. Meine Liebe zu alten Kriminalgeschichten, Detektivgeschichten und alten Schlössern und Burgen hätte gar nichts anderes zugelassen. Dennoch habe ich fast ein Jahr gebraucht, um endlich Zeit für dieses Buch zu finden.

Inzwischen ist bereits der zweite Teil der Trilogie erschienen, den ich – soviel sei vorweg verraten – auf jeden Fall auch noch lesen möchte. Teil drei wird vermutlich ebenfalls auf deutsch erscheinen, auch wenn die Autorin leider in der Zwischenzeit verstorben ist. Im englischen Original ist das Buch bereits erschienen.

Eine gute Mischung aus: Agatha Christie und Downton Abbey?!

Als ich über den Hinweis gestolpert bin, dass das Buch eine Mischung aus Agatha Christie und Downton Abbey sein soll, dachte ich genau drei Dinge: (1) Supertoll! (2) Okay, klingt spannend! und schließlich (3) das ist doch aber das falsche Jahrzehnt!
Dennoch habe ich versucht, möglichst unvorhergenommen an das Buch, die Handlung und ihre Figuren heranzugehen und siehe da: ich mag die Geschichte. Sie hat tatsächlich alles, was einen historischen Krimi für mich aus macht: die richtigen Details, zeitlich korrekte Charaktere, deren Rezeption aber auch problemlos in die heutige Zeit und die zeitgemäßen Debatten integriert werden kann, sowie die Möglichkeit, den Charakteren beim Rätselraten über die Schulter zu schauen.

Der Tote in der Kapelle - Hugo Hawksworth Teil 1 – Elizabeth Edmondson - Buchrezensionen, Interviews und Reviews auf vielleichtaberdoch.de

Der Schauplatz ist die meiste Zeit über das ländliche Selchester, eine kleine Gemeinde mit Dorf und alter Burg, ein gutes Stück vom geschäftlichen Treiben Londons entfernt. Es wird oft und auf sehr spannende Art auf die Situation nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges Bezug genommen und wie unterschiedlich dabei Stadt und Land sind. Spannend auch deshalb, weil sich einige der Charaktere in adligen und gut betuchten Kreisen bewegen – oder dies zumindest vor dem Krieg getan haben und nun ihre Rolle neu suchen.

Klappentext für Der Tote in der Kapelle*

England 1953: Nach einer Verletzung im Einsatz wird Geheimagent Hugo Hawksworth an den Schreibtisch versetzt. Nur widerwillig begibt er sich ins Kriegsarchiv im ländlichen Selchester, befürchtet er doch, sich in seiner neuen Stelle zu langweilen. Doch kaum ist er auf Selchester Castle angekommen, weckt ein rätselhafter Fall Hugos Neugier. In einer stürmischen Winternacht vor sieben Jahren verschwand der Earl of Selchester spurlos, und jetzt wird bei Renovierungsarbeiten in der Schlosskapelle sein Skelett entdeckt. Die Behörden wollen die Akte eilends schließen und küren einen Toten zum Täter. Doch Hugo wähnt den wahren Mörder noch unter den Lebenden und begibt sich mit der burschikosen Freya, der Nichte des Earls, auf die Suche … (Quelle)

Geheimdienst, toter Adliger und rebellische Teenager

Die Charaktere des Buches sind sehr vielfältig und spannend geschrieben. Neben Hugo Hawksworth, der für den englischen Geheimdienst arbeitet, sind es die Nichte des Toten, Freya, deren Haushälterin und schließlich auch Hugos Schwester Georgia, die das Buch sehr liebenswert machen. Jede/r von ihnen hat unterschiedliche Erinnerungen an die Kriegszeit, geht mit diesen anders um und integriert sie in den Alltag. Aber auch die Beziehung der beiden Geschwister, der knapp dreißigjährige Hugo mit seiner vierzehnjährigen Schwester, ist sehr spannend. Da die beiden ihre Eltern während des Krieges verloren haben, kämpft er nicht nur mit einem Mordfall und seiner Verletzung, sondern auch damit, einen wilden Teenager zu erziehen.

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Bis zuletzt bleiben viele Gedanken der ProtagonistInnen noch im Dunkeln, so erfahren die Lesenden z. B. nicht, woran Freya nun letztendlich in ihrem Turmzimmer arbeitet, und auch das Ende ist nach Abschluss der Mordermittlungen nicht nicht endgültig – was Lust und Laune auf den zweiten Teil macht.

Fazit: Dieses Buch konnte mich überraschend stark von sich überzeugen und auch die Handlung war spannend bis auf die letzte Seite. Absolute Leseempfehlung für alle, die Krimis zum Mitdenken mögen und nicht so an dramatischen Thrillern und viel Blutvergießen hängen.

Buchrezension Bewertung

Bibliographische Angaben

Titel: Der Tote in der Kapelle*
Autorin: Elizabeth Edmondson
Originalsprache: englisch („A Man of Some Repute“)
gelesen auf: deutsch
Version: Gebunden
Verlag: Goldmann Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (19. Februar 2018)
ASIN: B06ZZVCF7Z
ISBN: 978-3-442-48612-0
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 416 Seiten
Preis: 10,00€ (Taschenbuch), 8,99€ (eBook)

* Das Rezensionsexemplar von Der Tote in der Kapelle wurde mir freundlicherweise von der Verlagsgruppe Randomhouse kostenfrei zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung jedoch nicht beeinflusst.

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