Der Erbe der Schatten – Robin Hobb

Wie geht es weiter mit Fitz und den Menschen in den Sechs Provinzen? Nach den brutalen letzten Seiten des zweiten Bandes, liegt mit Der Erbe der Schatten* nun der Abschlussband der Chronik der Weitseher vor. Das Buch verspricht, ein packendes Finale zu werden… …ist aber erstmal wieder sehr detailverliebt und an einigen Stellen sogar schon etwas pedantisch. Dass Robin Hobb nur zu gern komplett in Szenen eintaucht und dabei oft seitenlang beschreibt, ist bereits aus den ersten Teilen Die Gabe der Könige und Der Bruder des Wolfs bekannt – und auch hier prägen die Beschreibungen wieder das Geschehen maßgeblich.

Nichts geht über die Rache

Ich hatte teilweise meine Probleme mit dem Protagonisten Fitz, stellenweise war er mir zu pupertär, dann wieder zu unnahbar, aber in diesem Teil rundet sich sein Charakter gut ab. Er ergibt sich seinen Rachegefühlen vollständig und lebt vor allem für diese.
Man kommt natürlich nicht umhin, sich zu Fragen, was es dadurch noch für ein Ende mit ihm nehmen wird, denn da hat er sich den denkbar schlechtesten Weggenossen gesucht.

Robin Hobb - Der Erbe der Schatten (Penhaligon Verlag) - Buchrezensionen auf vielleichtaberdoch.de

Doch apropos Weggenossen: viele bekannte Gesichter tauchen in Der Erbe der Schatten wieder auf: Königin Kettricken, Chade und natürlich auch Edel, der sich als Usurpator gleich noch widerwärtiger benimmt, als in den Vorgängern. In diesem Teil habe ich vor allem meine Faszination für Chade wiederentdeckt, der auf seine spezielle Art einer meiner liebsten Charaktere der Reihe geworden ist. Doch auch Fitz’ Wolf Nachtauge wurde mir mit jeder Seite sympathischer. ♥

Klappentext von Der Erbe der Schatten

Die Legenden erwachen zum Leben.

Fitz Chivalric hat versagt. Sein skrupelloser Onkel hat den Thron der sechs Provinzen an sich gerissen, und der wahre Herrscher, Prinz Veritas, gilt als tot. Fitz bleibt nur noch eines: Rache! Doch wie soll er bis zu dem Mann vordringen, der ihm alles genommen hat? Einem König, geschützt von Soldaten und Magie? Ohne Rücksicht auf sich selbst, treibt Fitz seine Pläne voran. Da erreicht ihn der Ruf eines Todgeglaubten – Prinz Veritas! (Quelle)

Gewalt, nochmals Rache – und eine Überraschung

Wie schon von der Reihe gewohnt, ist das Buch übersät mit roher Gewalt und dem Unglück verschiedener Charaktere. Besonders die Kämpfe werden sehr genau (und dabei leider auch etwas identisch) geschildert und an ein Happy End für Fitz habe ich in diesem Teil keine Sekunde mehr geglaubt.

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Und doch hat mich das Ende dann wieder etwas überrascht. Nach dem Aufeinandertreffen der “Fronten” gibt es einen letzten Showdown zwischen Onkel und Neffe und der ist – nun ungewöhnlich und etwas ernüchternd. Eine interessante Lösung des Konflikts – aber irgendwie auch zu einfach. Auch meine Empfindungen zum Epilog, in dem noch einmal so viel geschildert wurde, sind zwiegespalten: viele der “Randerwähnungen” hätte ich mir noch für den Hauptteil gewünscht, statt in einer eher leichten “Ach das passierte dann übrigens sonst noch”-Manier erzählt zu werden.

Dennoch aber ein gelungener Abschluss der Trilogie und eine alles in allem auch gelungene Neuauflage der Reihe. Auch die zweite Chronik um Fitz den Weitseher wurde in der Zwischenzeit vom Verlag neu aufgelegt und spinnt die Geschichte um den Protagonisten weiter.

Fazit: Klare Empfehlung für Liebhaber von George R. R. Martin und Charles Dickens; die grobe Gewalt und die langen Beschreibungen von Szenen und Figuren machen die Reihe jedoch zu keinem Vergnügen von Freunden eher seichterer Fantasy.

Buchrezension Bewertung

Bibliographische Angaben

Titel: Der Erbe der Schatten (Die Chronik der Weitseher Teil 3)*
Autorin: Robin Hobb
Originalsprache: englisch (Assassin’s Quest (The Farseer Trilogy 3))
gelesen auf: deutsch
Version: Taschenbuch
Verlag: Penhaligon Verlag* (11. Dezember 2017)
ASIN: B06ZZ9C83Y
ISBN: 978-3764531867
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 1120 Seiten
Preis: 15,00€ (TB), 9,95€ (eBook)

* Das Rezensionsexemplar von Der Erbe der Schatten wurde mit freundlicherweise von der Verlagsgruppe Randomhouse kostenfrei zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung jedoch nicht beeinflusst.

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