Das Labyrinth von London – Benedict Jacka

Das Labyrinth von London ist der Auftakt einer neuen Urban-Fantasy-Serie um den Magier Alexander Verus. In Buchkreisen oft mit dem Zusatz „Ein Muss für Freunde von Ben Aaronovitchs Flüsse von London“ versehen, hat mich das Buch natürlich neugierig gemacht.

Mit dem derzeitigen Stand wird die Reihe laut Autor 12 Teile umfassen. Zentrum der gesamten Geschichte, und somit auch vom ersten Teil, ist der Magier Alexander Verus, genannt Alex. Obwohl er erst Mitte zwanzig ist, betreibt er mit dem „Emporium Arcana“ einen Zauberladen in London. Dort verkauft er neben nur scheinbar magischen Tiniff für Touristen auch wahre magische Schätze. Kein Wunder, dass ihm eine Freundin zu Beginn der Geschichte einen geheimnisvollen roten Würfel bringt, der ihn prompt zwischen die Fronten einer schwarz-weiß-magischen Verwicklung katapultiert. Dabei will sich der charismatische Ich-Erzähler doch eigentlich aus genau solchen Dingen heraushalten.

Der ewige Peter-Grant-Vergleich

Generell finde ich derlei Vergleiche immer etwas schwierig. Denn zumindest bei mir ist es so, dass ich auf so geartete Empfehlungen immer dann höre, wenn ich einen „Buch zuende“-Blues habe und der Folgeband der aktuellen Reihe erst im nächsten Jahr erscheint. Und dann ist eine solche Empfehlung für mich eigentlich immer eine Katastrophe.
Andererseits, wie will man neue Bücher auf dem Markt positionieren, wenn nicht in einem direkten Vergleich mit einem ähnlichen Setting oder ähnlichen Charakteren?

So oder so. Benedict Jackas Alex Verus muss sich auf jeden Fall nicht hinter Peter Grant verstecken. Er ist selbst sehr charismatisch und hat immer eine lockere Erwiderung parat. Da das Setting der Story ebenfalls in London angesiedelt ist, zwang sich der Vergleich beider Reihen also geradewegs auf.
Doch da enden die Parallelen dann auch. Denn während Zauberlehrling Grant auf die Jagd nach magischen Verbrechern geht, ist der ausgebildete Magier Verus stolzer Besitzer eines Geschäfts und möchte eigentlich nur so wenig wie möglich auffallen.

Interessante Charakterwahl und spannende magische Gesellschaft

Begleitet wird der Ich-Erzähler Alex von unterschiedlichen Figuren. Viele davon stehen anfangs noch nicht ganz eineindeutig zu ihm – was auch an seiner mysteriösen Vergangenheit liegen mag. Dennoch habe ich gerade Luna und Arachne, an der wohl besonders Ron Weasley gefallen gefunden hätte, in mein Herz geschlossen.
Interessant war auch der Trupp der Schwarzmagier, der Alex und Luna zu verfolgen scheint – und nicht zuletzt der Wirbelwind Starbreeze, ein Luftelementar mit einem Gedächtnis wie ein Sieb.

Aber auch das Prinzip der magischen Gesellschaft, die Struktur dergleichen und der Aufbau der magischen Klassen haben mir gefallen. Und dann natürlich der Gegensatz zwischen Schwarz und Weiß, der nicht ganz so glatt verläuft, wie man das gewohnt ist. Hier musste ich kurz auch an Zum Kaffee bei Mr. Dalton von Lilly Labord denken, denn auch sie hat eine etwas andere Definition, die vom klassischen Gut und Böse abweicht.

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Klappentext von Das Labyrinth von London*

Ein Magier mit dunkler Vergangenheit, der die Zukunft sehen kann.

Willkommen in London! Wenn Sie diese großartige Stadt bereisen, versäumen Sie auf keinen Fall einen Besuch im Emporium Arcana. Hier verkauft der Besitzer Alex Verus keine raffinierten Zaubertricks, sondern echte Magie. Doch bleiben Sie wachsam. Diese Welt ist ebenso wunderbar wie gefährlich. Alex zum Beispiel ist kürzlich ins Visier mächtiger Magier geraten und muss sich alles abverlangen, um die Angelegenheit zu überleben. Also halten Sie sich bedeckt, sehen Sie für die nächsten Wochen von einem Besuch im Britischen Museum ab und vergessen Sie niemals: Einhörner sind nicht nett! (Quelle)

Sehen und Visionen – eine etwas langweilige Magie?

Einer der schönsten Gründe für das Buch ist die Tatsache, dass Alex im Prinzip absolut nichts gegen die meisten Magier ausrichten kann. So scheint es zumindest. Denn statt starke Elemente-, Lebens- oder Todesmagie wirken zu können, ist er ein Seher. Und die werden gerade in London händeringend gesucht. Kein Wunder also, dass sowohl der Rat der Weißmagier, als auch ein starker Schwarzmagier, der ihn zu allem überfluss auch noch zu gut zu kennen scheint, seine Dienste beanspruchen wollen.

Trotz dieser interessanten Konstellation, braucht das Buch an einigen Stellen etwas Zeit, um Fahrt aufzunehmen. Hin und wieder wird auch etwas zu ausführlich erklärt, was dann mitunter etwas schleppend wirkt. Dennoch ist das Buch an sich flüssig und spannend geschrieben.

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Fazit: Ein spannender Urban-Fantasy-Roman mit etwas anderen Charakteren und einer vielschichtigen magischen Gesellschaft. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung!

Buchrezension Bewertung

Bibliographische Angaben

Titel: Das Labyrinth von London (Alex Verus, Band 1)*
Autor: Benedict Jacka
Originalsprache: englisch „Fated (Alex Verus 1)“
gelesen auf: deutsch
Version: Paperback
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (16. Juli 2018)
ASIN: B07F5XCKXL
ISBN: 978-3442159826
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 448 Seiten
Preis: 9,99€ (Paperback), 8,99€ (eBook)

* Das Rezensionsexemplar von Das Labyrinth von London wurde mir freundlicherweise von der Verlagsgruppe Randomhouse kostenfrei zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung jedoch nicht beeinflusst.

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