Das Flüstern der Magie – Laura Kneidl

Laura Kneidl – Das Flüstern der Magie (Piper Verlag) – Rezension auf vielleichtaberdoch.de

Mit Das Flüstern der Magie ist im Mai ein Romantasy-Standalone von Laura Kneidl erschienen. Die Handlung spielt im Edinburgh der heutigen Zeit und abgesehen von dem wunderschönen Cover des Piper-Verlags, wartet das Buch mit einer interessanten Handlungsidee auf.

Die junge Protagonistin Fallon Emrys ist mit ihren gerade mal neunzehn Jahren schon Inhaberin eines alten Antiquitätengeschäfts in Edinburgh. Zumindest offiziell. Denn eigentlich dienen diese Geschäfte auf der ganzen Welt nur der Tarnung. Fallon ist, wie viele andere vor ihr, eine Bewahrerin der Magie. Ihre Familie ist in der Lage, das Flüstern magischer Gegenstände zu hören. Das hilft ihr bei ihrem eigentlichen Job, denn diese Gegenstände sind mitunter gefährlich für die gewöhnlichen Menschen.

ArchivarInnen wie sie verbringen daher ihr Leben damit, solche Gegenstände zu finden und in ihrem Archiv einzulagern. Dabei reicht die Magie dieser Gegenstände von harmlosen Alltagsoptimierungen wie schneller wachsenden Haaren, kann aber auch ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen, wie ein Set Tarotkarten, dessen gelegte Zukunft wahr werden kann – im positiven aber auch im negativen Sinne.

Laura Kneidl – Das Flüstern der Magie (Piper Verlag) – Rezension auf vielleichtaberdoch.de

Diebin im Namen der Magie

Den meisten Menschen ist nicht bewusst, dass sie einen magischen Gegenstand besitzen und diesen unwissentlich anwenden. Für Fallon und die anderen ArchivarInnen ist es also oft alles andere als leicht, einen solchen Gegenstand zu bekommen. Daher stehlen sie ihn meistens. Doch als Fallon ihrerseits um das frischgestohlene Tarotkartenset bestohlen wird, sitzt sie ziemlich tief in der Patsche. Nicht nur, weil der Dieb der attraktive Reed ist, dem sie so gern vertrauen wollte. Denn dieses Tarotkartenset kann in den falschen Händen sein sehr gefährlich. Oh und dann sie da noch die zumeist wesentlich älteren Archivare, die eh nur auf einen weiteren Fehler von ihr warten…

Klappentext von Das Flüstern der Magie

Die 19-jährige Fallon besitzt das Talent die Magie zu spüren. Daher betreut sie in der schottischen Hauptstadt ein Archiv für magische Gegenstände, die für Unwissende zum Risiko werden können. Eines Nachts trifft Fallon auf den geheimnisvollen Reed, mit dem sie sofort etwas zu verbinden scheint.

Doch Reed hintergeht sie und entwendet einen magischen Gegenstand aus ihrem Archiv. Damit bringt er nicht nur Fallon in Bedrängnis, sondern auch die Einwohner Edinburghs in große Gefahr … (Quelle)

Fantasy, New Adult oder etwas ganz anderes?

Für Fans von Laura Kneidl dürfte das Buch so oder so ein spannender Roman sein, während es anderen etwas schwer fallen dürfte, es einzuordnen. Seit einigen Jahren werden von Laura sehr erfolgreich diverse New Adult Romane im LYX-Verlag verlegt, darunter die Someone-Trilogie, deren dritter Teil Ende diesen Jahres erscheint. Bei Piper sind bereits die ersten beiden Teile der Reihe um Die Krone der Dunkelheit erschienen. Während letzteres eine umfangreiche High Fantasy Saga ist, sind ihre Romane im LYX-Verlag romantische Geschichten, die sich um ProtagonistInnen im jungen Erwachsenenalter drehen. Liegt Das Flüstern der Magie als Romantasy da jetzt irgendwo dazwischen?

„Er vermochte nur Menschen aufzuspüren, von denen man etwas besaß.
Ich konnte also Jess, meine Eltern und womöglich Reed finden, aber nicht Tom Holland oder Ed Sheeran. 
Bedauerlicherweise besaß ich von ihnen nichts.“
DAS FLÜSTERN DER MAGIE, S. 119

Im Grunde genommen ja. Doch ich würde es weit näher am klassischen New Adult anordnen, als in der „typischen“ Fantasy-Ecke. Denn grundsätzlich schreibt das Genre New Adult ja auch gar nicht vor, dass es keine fantastischen Elemente geben kann. Daher wäre vielleicht folgendes noch passender: New Adult, mit etwas Magie. Passend dazu schreibt die Autorin übrigens auch auf ihrer eigenen Seite, dass LeserInnen, die eine komplexe Story ähnlich der Die Krone der Dunkelheit-Reihe erwarten, eher enttäuscht sein werden.

Laura Kneidl – Das Flüstern der Magie (Piper Verlag) – Rezension auf vielleichtaberdoch.de

Gern etwas mehr Fantasy

Nachdem ich das Buch beendet hatte, kam mir kurz der Gedanke in den Sinn, dass das Fantastischste an dem Roman das Setting in Edinburgh war. Denn die absolute Mehrheit der NA-Romane spielt in den Staaten (vorzugsweise in einer fiktiven amerikanischen Kleinstadt), Edinburgh war also erfrischend anders und hat mir enorm gut gefallen. Die Stadt steht eh auf meiner Travelliste und ist durch das Buch noch ein Stück höher gewandert.

Hingegen hätte ich gern etwas mehr Fantasy-Anteil gehabt. Natürlich habe ich – siehe oben – keinen epischen High Fantasy Roman erwartet. Doch irgendwie habe ich trotzdem etwas mehr Magie erwartet: Die Archivare bezeichnen sich selbst weder als Magierinnen oder Magier, noch können sie selbst magische Aktionen durchführen. Es sei denn natürlich, sie haben einen Gegenstand, der ihnen eine bestimmte Fähigkeit „verleiht“. Das ist auf jeden Fall eine schöne Idee und auch der Gedanke, dass solche Gegenstände zu den ArchivarInnen flüstern, hat mich sehr begeistert. Aber wenn es nach mir gegangen wäre, hätte es da noch ein bisschen mehr sein können.

Ich vertraue dir, ich trau dir nicht

Abgesehen von den bereits geschilderten Eindrücken, muss ich sagen, dass ich die Verbindung zwischen Reed und Fallon nicht ganz nachvollziehen konnte. Doch die ist grundlegend für das Verhalten der beiden (besonders von Fallon), weshalb es mich immer wieder gestört hat, wie vertraut die beiden trotz aller Umstände in kürzester Zeit miteinander geworden sind, obwohl Reed Fallon bestohlen hat. Das Thema wird hin und wieder aufgegriffen und dabei wird klar, dass sich Fallon mit diesem Vertrauensbruch auseinander setzt und diesen abwägt, nur kann ich ihre Entscheidung nicht wirklich nachvollziehen, wenn man bedenkt, dass auf der anderen Seite der Waagschale ein jahrhundertealtes Geheimnis steht, welches in Gefahr ist.

Laura Kneidl – Das Flüstern der Magie (Piper Verlag) – Rezension auf vielleichtaberdoch.de

„Und was sagt die Magie?“
„Sie rezitiert alte Metallica-Songs.“
DAS FLÜSTERN DER MAGIE, S. 266

Fazit: All meiner Kritik zum Trotz, ist Das Flüstern der Magie ein schöner New Adult Roman, der mal einen ganz anderen Fokus setzt, als bisherige Romane, die ich dazu gelesen habe. Wer über die Geschwindigkeit des Beziehungsaufbaus der beiden hinweg sehen kann und sich von Anfang an bewusst macht, dass hier eher inaktiv Magie gewoben wird, wird viel Freude an dem Roman haben.

Buchrezension Bewertung

Bibliographische Angaben

Titel: Das Flüstern der Magie
Autorin: Laura Kneidl
Originalsprache: deutsch
gelesen auf: deutsch,
Version: Taschenbuch
Verlag: Piper; Originalausgabe (04. Mai 2020)
ASIN: B081B7HBD3
ISBN: 978-3492705691
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 400 Seiten
Preis: 15,00€ (TB), 12,99€ (eBook)

Laura Kneidl – Das Flüstern der Magie (Piper Verlag) – Rezension auf vielleichtaberdoch.de

Folgende Artikel könnten Dir auch gefallen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.