Commissaire Le Floch und das Gift der Liebe – Jean-François Parot

Ich weiß gar nicht so genau warum, denn die bisher drei erschienenen Teile der historischen Kriminalreihe um den Titelhelden Commissaire Le Floch haben mir eigentlich ziemlich gut gefallen, dennoch habe ich fast ein halbes Jahr gebraucht, um den vierten Teil* der Reihe zu lesen.
Doch nach „Das Geheimnis der Weißmäntel„, „Der Brunnen der Toten“ und „Das Phantom der Rue Royale“ geht es nun weiter mit Das Gift der Liebe*.

Wieder ist einige Zeit seit dem letzten Teil der Reihe vergangen. Und abgesehen von einigen Morden, die den Alltag des Nicolas Le Floch begleiten, sind es einige private Veränderungen, die den Commissaire in diesem Teil beschäftigen.
Blöderweise beginnt der Teil damit, dass er sich selbst unversehens als Hauptverdächtigen in einem Mordkomplott wieder findet – und daher vielleicht noch dringlicher den wahren Täter sucht. Doch wie auch schon den vorherigen Teilen, sind es die Intrigen und die Mächteverhältnisse in Paris und am königlichen Hof in Versailles, die seine Ermittlungen erschweren. Und als ein wichtiger Zeuge plötzlich unter dem Schutz eines einflussreichen Adligen verschwindet, muss sich Nicolas vielleicht sogar geschlagen geben.

Die Franzosen und die Liebe

Doch zurück auf Anfang. Nicolas, der noch immer zu den Günstlingen des Königs gehört, bewegt sich inzwischen wie selbstverständlich und gänzlich ungezwungen am Hofe, weiß einige seiner engeren Gefährten dort und ist so – praktisch für einen Commissaire des Chatelet – immer bestens informiert.
Seit einiger Zeit ist er auch eng mit einer früh verwitweten Edeldame befreundet – etwas zu eng, wie ihm schnell klar wird. Denn unglücklicherweise wird die Dame nach einer süffisanten Party tot aufgefunden. Stunden zuvor hatte sie sich noch lautstark und hörbar für alle Gäste mit Nicolas gestritten, nachdem diesem aufgefallen war, dass sie noch weitere sehr enge Bekanntschaften pflegte.

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Klappentext von „Das Gift der Liebe“

An einem Januarabend 1774 fährt Nicolas Le Floch in einer Kutsche zu einem Festessen, das seine Geliebte Julie de Lastérieux gibt. Nicolas tritt in freudiger Erwartung ein, muss aber miterleben, wie Julie vor seinen Augen mit einem jungen Adeligen kokettiert. Empört verlässt der Commissaire die Szenerie und sucht im Theater Ablenkung. Danach begibt er sich noch einmal zu seiner Geliebten, die ihn aber wieder nicht beachtet.

Wutentbrannt flüchtet er zu seinen Freunden, die ihm am nächsten Morgen eine schreckliche Nachricht überbringen: Julie de Lastérieux ist in der Nacht gestorben. Die Umstände deuten auf einen Giftmord hin. Und da es viele Zeugen seiner Eifersucht gibt, ist Commissaire Le Floch selbst der Hauptverdächtige.
(Quelle)

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Spannendes Zeitgeschehen

Wer sich in der Geschichte Frankreichs auskennt oder diese zum besseren Verständnis einiger Handlungen nachliest, weiß, dass das aktuelle Jahr der Handlung eine Wendung in Paris darstellt. Wir nähern uns im Laufe der Geschichte dem Tod des Königs und der darauffolgenden Krönung seines Sohnes. Die Madame de Pompadour, die im vergangenen Teil verstorben war, wurde von einer neuen Favoriten ersetzt, Marie Jeanne, Comtesse du Barry, die nach wie vor ein ganz eigenes Spiel am Hofe spielt. (Spannend ist übrigens die Tatsache, dass Parot in seinen Romanen viel Details schildert, sich teilweise sogar enorm darin ergeht und gleichzeitig die außerehelichen Liebschaften des Königs im Grunde auf die Madame de Pompadour und die Comtesse du Barry reduziert.)

In diesem Teil wachsen viele der wichtigen Charaktere in ihrer Entwicklung über sich hinaus. Neben Nicolas, der durch seine ermordete Geliebte neue Seiten aufblitzen lässt, auch sein Freund und Assistent der Inspektor Pierre Bourdeau und sein Vorgesetzter Sartine zeigen neue Facetten ihrer Persönlichkeit.

Fazit: Jean-François Parot hat mit Das Gift der Liebe erneut einen klugen, durchdachten und historisch faszinierenden Roman geschrieben. Die Gedankengänge seines Commissaire Le Floch sind gewohnt ausgeklügelt. Besonders das Potenzial der charakterlichen Weiterentwicklung in den nächsten Teilen war spannend zu lesen. Hier hat sich Parot ein gutes Fundament für die nächsten Romane der Reihe geschaffen. Auch dieser Roman der Krimireihe ist ein gefundenes Fressen für Freund*innen historischer Romane und einem Faible für Paris und die französische Kultur.

Buchrezension Bewertung

Bibliographische Angaben

Titel: Commissaire Le Floch und das Gift der Liebe: Roman (Commissaire Le Floch-Serie, Band 4)*
Autor: Jean-François Parot
Originalsprache: französisch; „L’Affaire Nicolas Le Floch“
gelesen auf: deutsch
Version: Taschenbuch
Verlag: Karl Blessing Verlag (24. Juni 2019)
ASIN: B07K283VPY
ISBN: 978-3-89667-643-6
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 544 Seiten
Preis: 17,00€ (TB), 13,99€ (eBook)

* Das Rezensionsexemplar von Commissaire Le Floch und das Gift der Liebe wurde mir freundlicherweise von der Verlagsgruppe Randomhouse kostenfrei zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung jedoch nicht beeinflusst.

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