Autoreninterview: Science Fiction mit Joshua Tree

Gemeinsam mit Missi habe ich auf der Leipziger Buchmesse den Science-Fiction- und Fantasy-Autor Joshua Tree interviewt. Gemeinsam mit weiteren namhaften Autoren wir Cliff Allister und Brandon Q. Morris des Genres hatte er dort einen gemütlichen Stand – und wir haben ihn ein bisschen zu seinen neusten Werken ausgefragt.
Am Ende des Beitrages erfährst du außerdem, wie du die zweiteilige Reihe „Das Fossil“ von Joshua Tree gewinnen kannst!

Inzwischen auf Zypern ansässig – aber eigentlich auf Weltreise – stammt Joshua Tree ursprünglich aus dem Weserbergland. Ich kannte ihn bisher vor allem aufgrund seiner Pilgrim-Reihe, einer spannenden Fantasy-Trilogie. Doch inzwischen schreibt er vor allem Science Fiction und ist damit auch sehr erfolgreich. Missi hat dir am Mittwoch bereits einen Einblick in sein Schaffen gegeben. Ich habe einige weitere Fragen an den Autor stellen dürfen.

Interview mit Joshua Tree

Wie sieht Deine Schreibumgebung aus? Was brauchst Du, um denken und schreiben zu können?
Da ich immer auf Reisen bin: nur meinen Laptop. Seit 2016 bin ich auf Weltreise, habe eine Basis auf Zypern und reise acht Monate im Jahr durch die Welt. Dann schreibe ich in Cafés, am Strand, in der Hängematte, im Appartement… im Flugzeug schreibe ich auch viel. Oropax in die Ohren und dann kann ich sechs Stunden durchschreiben.

Dein Lebensstil klingt sehr erstrebenswert. Viele Menschen träumen ja von der Möglichkeit, genau diesen Punkt im Leben zu erreichen. Gibt es etwas, wo Du sagst, da wäre ein festes Umfeld besser oder ist alles gut so, wie es ist?
Ein Beispiel: ich meditiere sehr viel. Da habe ich gern einen Raum, der nur dafür da ist. Da weiß ich, ich komme besser zur Ruhe, weil ich den Raum mit Ruhe verbinde. Ich glaube, das wäre besser, was Ablenkung angeht. Wenn ich einen Raum hätte, wo ich einen Computer ohne Internetzugang habe. Ich bin da anfällig für Ablenkung und das wäre definitiv ein Vorteil.
Ich muss aber auch viel recherchieren. Ich schreibe Science-Fiction mit wissenschaftlichem Anspruch, also nicht so wie beispielsweise bei Star Wars. Also alles, was in meinen Romanen passiert, ist nach aktuellen Erkenntnissen der Wissenschaft denkbar. Da schaue ich dann bei Wikipedia oder tausche mich mit Kolleg*innen aus. Ein Kollege ist beispielsweise Teilchenphysiker – und Vollnerd im positiven Sinne – der weiß dann alles. Und dann bin ich plötzlich bei Facebook und schreibe…

… und auf einmal ist der Tag um – es gibt scheinbar Dinge, die sind überall gleich, ob zuhause oder eben bei einer Weltreise. Deine neuen Romane sind mit dem Genre Science-Fiction Thriller betitelt (bspw. Das Signal oder Das Fossil). Verrätst du mir, welche Thriller-Elemente es gibt, bzw. wo der Unterschied zu klassischer Science Fiction ist?
Bei mir sind meistens immer Ermittler dabei, die versuchen, irgendein Verbrechen oder eine Verschwörung aufzudecken. Bei Trillern ist es ja meist eine Verschwörung, bei Krimis eher einen Mord. Bei Ganymed zum Beispiel geht es um eine unbekannte Substanz, die vom Rand des Sonnensystems als Probe zur Erde gebracht wird – auf dieser haben in der nahen Zukunft Konzerne die Macht. Diese Konzerne bekämpfen sich dann gegenseitig, weil alle diese Proben haben wollen.
Beim Fossil habe ich ein Ermittlerduo auf zwei Zeitebenen. 2018 findet ein Archäologe etwas in der Antarktis und verschwindet plötzlich. Parallel versucht, das Ermittlerduo 2048 herauszufinden, warum er verschwunden ist. Das heißt also, die Lesenden erfahren, was passiert ist, während gleichzeitig die Ermittlungen stattfinden.

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Das klingt auf jeden Fall spannend und dürfte durch die Kombination aus wissenschaftlich fundierter Science Fiction mit eben diesen Thriller-Elementen auch Leser*innen außerhalb der Science-Fiction-Community ansprechen. Aber bevor wir uns noch zu den Inhalten verplappern, gehen wir zum Schluss noch etwas weg von Deinen Büchern. Welche Superkräfte hättest Du gern?
Ich könnte gern meine Gedanken abschalten. Alle wollen immer Gedankenlesen können, das fände ich furchtbar. Ich könnte meine Gedanken gern abschalten, weil wir auf unsere Gedanken keinen Einfluss haben. Ich glaube, dann wäre ich entspannter und effektiver. Fliegen zum Beispiel kann ich auch so, wenn auch nur für ein paar Minuten zum Beispiel durch Fallschirm springen oder Paragliding. Aber egal, was man macht, man hat immer noch seinen Kopf dabei. Alle Leute denken auch, wenn Du auf Reisen bist, bist Du glücklicher als zu Hause, das stimmt aber gar nicht. Man nimmt immer mit, was zwischen den eigenen Ohren ist. Wenn Du zu Hause unzufrieden bist, bist du auch in Thailand am Strand unzufrieden.

Von welchem Buch wärst Du gern der Autor gewesen? Gibt es ein Buch, das Dir so gut gefällt, wo Du Dich fragst, warum Dir das nicht eingefallen ist?
Hyperion-Gesänge von Dan Simmons. Dan Simmons schreibt ja in mehreren Genres und immer fantastisch gut. Und Hyperion ist superphilosophisch, eine tolle Zukunftsvision. Immer wenn ich Bücher lese, wo ich denke, die sind so viel intelligenter als ich, imponieren mir diese Geschichten.

Gibt Dir das noch mehr Ansporn? Oder ist es eher Abschreckung?
Ansporn, definitiv.

Wenn Du Dich mit einer historischen Person treffen könntest, die nicht mehr am Leben ist, welche wäre das?
Buddha, dem würde ich gern viele Fragen stellen. Angeblich hat er es geschafft, seine Gedanken abzustellen. Oder Jesus. Ich glaube, beide waren sehr weise. Ohne dass ich religiös wäre, würde ich beide sehr gern mal treffen – und fragen, wie es alles wirklich war.

In beiden Fällen wärst Du wahrscheinlich der meistinteressante Mann der Welt, wenn Du wüsstest, was Jesus und Buddha so gedacht haben. Und dann wäre es nur logisch, dass es auch einen Film über dich geben müsste – angenommen, Dein Leben würde verfilmt werden, wer würde Dich spielen?
Das ist eine gute Frage. Wobei die Frage natürlich ist, wer zu mir passen würde, als wen ich gern hätte. Ich glaube, Christian Bale hätte ich am liebsten, weil er so wandlungsfähig ist.

Und wenn Du eine Deiner Reihen verfilmen lassen könntest, welche wäre Dir am liebsten – alle nötigen technischen und filmischen Notwendigkeiten vorraussetzend?
Die Ganymed-Trilogie. Da habe ich so viele Leserbriefe bekommen, die meinten, dass es verfilmt werden müsste. Da setzt viel auf Visuelles: große Schauplätze, viel Action. Beispielsweise gibt es eine Szene, wo die Protagonisten auf einem fliegenden Verteilerzentrum, das Produkte mit Drohnen verteilt, landen. Die Protagonisten werden beschossen, schaffen es aber, das Produkt zu holen, und müssen dann mit einem Halo-Sprung mit Sauerstoffmasken in die Stadt flüchten, während gleichzeitig das Verteilerzentrum abstürzt. Da bräuchte man wahrscheinlich ein hohes Budget.

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Und würdest Du selbst gern in einer Verfilmung mitspielen – vielleicht als Nachrichtensprecher, der in einer Szene auf einem Fernseher im Hintergrund zu sehen ist oder so?
Nein. Höchstens wirklich als Cameo-Auftritt. Ich möchte das lieber den Profis überlassen. Ich würde auch nie meine Bücher selbst für eine Audiofassung einsprechen oder so. Aber so eine Nebenrolle…

Vielen Dank an Joshua Tree für dieses spannende Interview!

Das war mein Interview mit Joshua Tree. Lese dir unbedingt noch den ersten Teil des Interviews bei Missi im Blog durch. Weitere Informationen über Joshua Tree und seine Bücher findest du außerdem auf seiner Seite.
Ich möchte mich auch herzlich bei Annika von Literaturtest* bedanken, die das Interview und die Verlosung ermöglicht hat.

Gewinnspiel: Gewinne „Das Fossil“ von Joshua Tree

In Kooperation mit Joshua Tree, dem Belle Èpoque Verlag* und Literaturtest* verlose ich einmal die Dilogie „Das Fossil“ von Joshua Tree, die nach der Erstausgabe von 2018 nun im Belle Èpoque Verlag erscheint. Die Reihe ist unter anderem Nr. 1 Bestseller in „Metaphysische Belletristik“ und Nr. 4 in „Außerirdische Begegnungen“ auf Amazon und verspricht spannende Lesestunden.

Um zu gewinnen, folge mir auf Instagram und schaue dir diesen Beitrag auf meinem Kanal an. Kommentiere den Beitrag, in dem du die gestellte Frage dort beantwortest und verlinke zwei Freund*innen, die sich ebenfalls über etwas Lesestoff freuen. Zusätzlich kannst du deine Gewinnchancen erhöhen, in dem du meinen Beitrag öffentlich in deiner Story postest. Alle weiteren Details zur Gewinner*innenermittlung kannst du auf Instagram nachlesen.

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*Der Gewinn wurde mir freundlicherweise vom Literaturtest ermöglicht. Es fand keine Kooperation mit dem Verlag statt.

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