Ash Princess – Laura Sebastian

Eine thronlose Königin, ein Herrscher, der so manchen römischen Kaisern verlegen gemacht hätte, die Frage nach Zugehörigkeit und Verbundenheit nach vielen Jahren der Einsamkeit. Der Auftakt von Laura Sebastians Trilogie um die Ash Princess Theodosia bietet alles, was ein fantastischer Jugendroman braucht.

Auf Laura Sebastian hat mich Missi aufmerksam gemacht. Und trotzdem hat es noch einiges an Zeit gedauert, ehe ich mich der Reihe annehmen konnte. Nun habe ich Teil eins „Ash Princess“ und gleich auch den Folgeband „Lady Smoke“ unter dem Weihnachtsbaum gehabt und konnte Ash Princess gar nicht mehr aus der Hand legen. (So ein 500-seitiges Hardcover-Exemplar eines Buches kann ganz schön schwer werden!)

Ein Land voller Magie – und übermächtige Invasoren

Zu Beginn der Geschichte werden wir kurz Zeuge des Mordes an der Königin von Astrea. Astrea ist ein kleines Inselreich umgeben von anderen Staaten, die allesamt einmal autonom waren, ehe herrschsüchtige Invasoren in Form des Volkes der Kalovaxianer, in das Reich fallen wie eine mörderische Plage. Alle zehn Jahre beutet dieses Volk unter seinem Kaiser ein neues Reich aus – nachdem das vorherige restlos ausgeblutet ist. Und zu Beginn der Geschichte trifft es das friedliebende und daher vollkommen schutzlose Astrea. Deren junge Thronfolgerin Theodosia mitansehen muss, wie ihre Mutter von den Invasoren ermordet wird.

Schnell wechselt die Perspektive und wir sind einige Jahre in die Zukunft gesprungen. Auf Geheiß wurde Theodosia nicht umgebracht und ist in der Zwischenzeit in ihrer jämmerlichen Gefangenschaft zu einer jungen Frau geworden. Als Tochter der letzen amtierenden Fire Queen, sieht der Kaiser der Kalovaxianer in ihr eine Siegestrophäe und verhöhnt sie als Ascheprinzessin. Er gibt ihr einen neuen Namen und untersagt ihr jeglichen Kontakt nach außen, akribisch bewacht von drei Schatten, die ihr zwar auf Schritt und Tritt folgen (und sie auch nachts durch Gucklöcher in den Wänden immer beobachten), aber nie mit ihr reden.

Ihre einzige Freundin ist ausgerechnet die Tochter des Mörders ihrer Tochter. Denn der Widerstand in ihr ist gebrochen und sie fügt sich immer mehr in ihr Dasein als Gefangene. Doch eines Tages geschieht etwas Grausames und ihr Zorn lässt sie wieder an Freiheit denken…

Buchrezension zu Ash Princess von Laura Sebastian – Erste Seite des Buches – Rezensionen von vielleichtaberdoch.de

Klappentext von „Ash Princess“

Sie kommt aus der Asche und greift nach den Sternen

Theo ist noch ein Kind, als ihre Mutter, die Fire Queen, vor ihren Augen ermordet wird. Der brutale Kaiser raubt dem Mädchen alles: die Familie, das Reich, die Sprache, den Namen. Und er macht aus ihr die Ash Princess, ein Symbol der Schande für ihr Volk. Aber Theo ist stark. Zehn Jahre lang hält die Hoffnung sie am Leben, den Thron irgendwann zurückzuerobern, allem Spott und Hohn zum Trotz. Als der Kaiser Theo eines Nachts zu einer furchtbaren Tat zwingt, wird klar: Um ihren Traum zu erfüllen, muss sie zurückschlagen – und die Achillesferse des Kaisers ist sein Sohn. Doch womit Theo nicht gerechnet hat, sind ihre Gefühle für den Prinzen … (Quelle)

Langer Einstieg in die Welt und etwas langatmiger Spannungsaufbau

Nach dem ersten sehr rabiaten Kapitel, holt uns die Geschichte recht vergnüglich ab. Laura Sebastian schreibt über das Leben der Invasoren in dem besetzten Land und wie es Theodosia inzwischen geht. Es wird auf die alte Magie des Landes eingegangen und wie auch diese von den Kalovaxianern mit Füßen getreten wird, weil sie sie nicht verstehen.

Alles in allem dauert es dadurch etwas, bis die Geschichte ins Rollen kommt, die Lesenden werden aber gut abgeholt und ins Bild gesetzt, was die Welt ausmacht, in der die Ash Princess angesiedelt ist.

Und als es dann endlich „richtig“ mit der Story los geht, wird es schlagartig richtig spannend, denn die Fronten sind nicht ganz so klar, wie sie sein könnten: Kann Theodosia die Königin sein, die ihre Verbündeten in ihr sehen wollen oder ist dieses Leben so fern von ihr und ihre neuen Freunde unter den Kalovaxianern so nah und greifbar, dass sie nicht zur Hoffnung des Widerstandes werden kann?

Buchrezension zu Ash Princess von Laura Sebastian – Klappentext – Rezensionen von vielleichtaberdoch.de

Stärke durch Schwäche

Theo ist ein fantastischer Charakter. So zart und zerbrechlich einerseits und doch so ungebrochen und stark auf der anderen Seite. Ich bin begeistert, wie Laura Sebastian es schafft, sie in all ihren Facetten stark zu zeigen – auch wenn diese Stärke mitunter bedeutet, dass sie strauchelt, weint und in sich zusammensackt. Ich liebe es, dass Laura sie Dinge tun lässt, die verabscheuungswürdig und doch in der Situation notwendig sind –  gleichzeitig das Getane aber schwer auf ihrer Seele lastet und sie es stark reflektiert. Theo ist eine Kämpferin, aber eine mit Herz und Gewissen, selbst denen gegenüber, die sich malträtiert und ihre Liebsten ermordet haben.

Fazit: Ich liebe diese Reihe jetzt schon! Eine Protagonistin, die stark ist und doch Schwäche zeigt, hadert und Dinge tut, die verwerflich sind, aber gleichzeitig Menschenleben retten. Ash Princess ist ein spannender Auftakt mit viel Konflikten, vielschichtigen Charakteren und einem äußerst interessanten Setting.

Buchrezension Bewertung

Bibliographische Angaben für „Ash Princess“

Titel: Ash Princess
Autorin: Laura Sebastian
Originalsprache: englisch
gelesen auf: deutsch
Version: Hardcover
Verlag: cbj; Auflage: Deutsche Erstausgabe (24. September 2018)
ASIN: B07C41SVM8
ISBN: 978-3570165225
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 512 Seiten
Preis: 20,00€ (Hardcover), 12,99€ (eBook)

Buchrezension zu Ash Princess von Laura Sebastian – Buchcover mit Aschekrone – Rezensionen von vielleichtaberdoch.de

Folgende Artikel könnten Dir auch gefallen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.